Altersvorsorge: Die wichtigsten Entscheide im Überblick

BERN ⋅ Die Räte haben sich über die Reform der Altersvorsorge geeinigt. Das sind die wichtigsten Entscheide im Überblick:
16. März 2017, 14:10
  • Das Frauenrentenalter wird von 64 auf 65 Jahre erhöht.
  • Die AHV kann zwischen 62 zu 70 Jahren bezogen werden. Der gleiche Rahmen gilt für die berufliche Vorsorge. Weil der Alterstrücktritt flexibel ist, gilt 65 nicht mehr als Renten-, sondern als Referenzalter.
  • Die AHV bekommt den gesamten Ertrag des Demografieprozents. Ihre Einnahmen steigen dadurch um rund 610 Millionen Franken.
  • Der Bundesbeitrag an die AHV bleibt bei 19,55 Prozent.
  • Zur Finanzierung des demografischen Wandels wird die Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent erhöht. 0,3 Prozent davon werden ab Anfang 2018 erhoben. Weil zeitgleich die IV-Zusatzfinanzierung ausläuft, spüren die Konsumentinnen und Konsumenten nichts von dieser Massnahme. Der zweite Schritt folgt 2021. Im Referenzjahr 2030 nimmt die AHV dadurch 2,138 Milliarden Franken zusätzlich ein.
  • Der Umwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge wird von 6,8 auf 6 Prozent reduziert. Dadurch sinken die Pensionskassen-Renten um 12 Prozent.
  • Zur Kompensation werden ab 2019 neue AHV-Renten um 70 Franken erhöht. Zur Finanzierung dieses Zuschlags werden 0,3 Lohnprozente zusätzlich erhoben, die je hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden.
  • Der Plafond der Ehepaar-Renten wird von 150 auf 155 Prozent erhöht. Bei einer Maximalrente macht das pro Monat 226 Franken zusätzlich aus.
  • Die AHV wird durch diese Massnahmen für die nächsten Jahre stabilisiert. Gemäss Projektionen der Bundesverwaltung ist das Umlageergebnis bis 2026 positiv. Der Stand des AHV-Fonds sinkt erst 2030 unter eine Jahresausgabe. Danach geht es rasant nach unten. Ab 2037 könnte die AHV die Renten nicht mehr rechtzeitig auszahlen.
  • Der Koordinationsabzug beträgt je nach Einkommen zwischen 14'100 Franken und 21'150 Franken.
  • Die Altersgutschriftensätze betragen 7 Prozent zwischen 25 und 34 Jahren, 11 Prozent zwischen 35 und 44 Jahren, 16 Prozent zwischen 45 und 54 Jahren und dann bis zur Pensionierung 18 Prozent.
  • Mit dem Alterssparen wird mit 25 Jahren begonnen. Versicherten, die im Jahr 2019 45 Jahren alt sind, müssen nicht mit Einbussen rechnen. Rentenausfälle durch die Senkung des Umwandlungssatzes werden aus dem Sicherheitsfonds ausgeglichen.
  • Zur Erhöhung der Mehrwertsteuer muss die Verfassung geändert werden. Weil die Räte die Verfassungsänderung und die Gesetzesreform verknüpft haben, gilt das obligatorische Referendum für beide Teile der Vorlage. Gegen das Gesetz muss also kein Referendum ergriffen werden.

sda

  • Birrer-Heimo_ Prisca_NR_ SP_ LU
  • POLITIKERIN, NR, CVP, CVP LUZERN, CVP LU, CHRISTDEMOKRATISCHE VOLKSPARTEI DER SCHWEIZ,
  • Gmur Andrea_NR_ CVP_ LU

Hauchdünnes Ja: Die grosse Kammer sagt mit 101 zu 91 Stimmen Ja zur Rentenreform, der Ständerat stimmt mit 27 zu 17 Stimmen deutlich zu. Sehen Sie in unserer Bildergalerie, wie unsere Zentralschweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier zur Rentenreform stehen (sortiert nach Kanton und Nachname).

Video: Nach dem Kompromiss bei der Altersreform: Das sagen die Präsidenten von SP und SVP

National- und Ständerat sagten am Donnerstag ja zum Kompromiss in der Altersreform 2020. Während sich SP-Präsident Levrat freut, ist SVP-Präsident Albert Rösti verärgert. (Detlev Munz / SDA, 16.3.2017)




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