Berggebiets-Lobby bläst zum Kampf gegen den Wolf

RAUBTIERE ⋅ Die Berge gehörten den Menschen, nicht dem Wolf, sagt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete. Sie will der «Masseneinwanderung» des Raubtiers einen Riegel schieben.

01. März 2014, 21:52

Die Berggebiete sind «in erster Linie der Lebens- und Arbeitsraum für die hier ansässige Bevölkerung. Der Wolf führt dabei nur zu Problemen»: Auf diesen Standpunkt stellt sich die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB). In einem neuen Positionspapier, das der «Zentralschweiz am Sonntag» vorliegt, verlangt sie, die Schweiz müsse aus der Berner Konvention, dem Übereinkommen zum Schutz von wildlebenden Tieren und Pflanzen, austreten und bei einem späteren Wiedereintritt einen Vorbehalt bezüglich Wolf anbringen.

Ein Dorn im Auge der SAB-Verantwortlichen sind namentlich die Kosten, die das Raubtier verursacht. Für Herdenschutzmassnahmen gebe es vom Bundesamt für Umwelt bis zu 3 Millionen Franken pro Jahr. Weitere 2 Millionen stelle das Bundesamt für Landwirtschaft für die ständige Behirtung zur Verfügung. Bei geschätzten 20 Wölfen mache das 250 000 Franken pro Wolf, rechnet SAB-Direktor Thomas Egger vor und stellt die rhetorische Frage, ob sich die Schweiz diesen Luxus wirklich leisten wolle, um sie gleich zu beantworten: «Es wäre kostengünstiger, den Wolf im Tierpark Goldau zur Schau zu stellen und dadurch sogar noch Wertschöpfung zu generieren.»

Wolfsfreie Zonen gefordert

Die Kündigung der Konvention reicht der SAB indessen nicht. In ihrem Positionspapier verlangt sie Gesetzesänderungen, damit die Kantone selber entscheiden können, wie sie den Wolfsbestand regulieren wollen. Die Aufrechterhaltung einer überlebensfähigen Wolfspopulation in der Schweiz dürfe angesichts der hohen Wolfsbestände in Osteuropa kein Ziel sein. Die Arbeitsgemeinschaft verlangt, dass im Gegenteil «Grundlagen für wolfsfreie Zonen» geschaffen werden.

 


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