Bundesverwaltung erreicht Frauenquote

BUNDESPERSONAL ⋅ 44,2 Prozent aller Bundesangestellten waren im letzten Jahr Frauen - damit wird der vom Bundesrat festgelegte Sollwert für die Geschlechterverteilung erstmals erreicht. Auch bei den Kaderstellen haben die Frauen zugelegt.

13. März 2015, 17:29

Bei den oberen Lohnklassen erreichten die Frauen einen Anteil von 17,7 Prozent. In der Bundeskanzlei sowie im Innen- und Aussendepartement stellen die Frauen rund die Hälfte aller Angestellten. Deutlich tiefer liegen die Zahlen beim Verteidigungsdepartement (31 Prozent) und beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (35,5 Prozent).

In beiden Departementen gebe es viele Berufe, die bevorzugt von Männern gewählt würden, heisst es in einem Bericht, den der Bundesrat am Freitag gutgeheissen hat.

Gemäss dem Bericht zum Personalmanagement 2014 sind die meisten bis Ende 2015 gesteckten Ziele bereits erreicht. Neben der Frauenquote konnte der Bund auch bei der Anzahl der Lernenden, bei den Hochschulpraktika und bei der Anstellung von Behinderten zulegen und die selbst festgelegten Vorgaben erfüllen.

So machten Behinderte in der Bundesverwaltung im letzten Jahr 1,5 Prozent aller Mitarbeiter aus, das Zielband liegt bei 1 bis 2 Prozent. Nicht erreicht wurden die Ziele bei der Eigenrekrutierung von Kadern und bei der Aus- und Weiterbildung.

Zufriedene Mitarbeiter

Der Bundesrat nahm am Freitag zudem die jüngste Umfrage unter dem Bundespersonal zur Kenntnis. Von den 21'700 Mitarbeitern des Bundes, die den Fragebogen beantworteten, zeigten sich 71 Prozent zufrieden mit ihrer Arbeit. Dieser Wert entspricht in etwa dem Ergebnis der letzten beiden Umfragen.

Auch in den anderen Themenbereichen wird die Bundesverwaltung als Arbeitgeberin im Vergleich zu den Vorjahren gleich oder besser beurteilt, wie das Eidgenössische Personalamt mitteilte. Im Vergleich zur letzten Vollbefragung im Jahr 2011 signifikant schlechter beurteilt wird einzig die Zusammenarbeit im Team, diese gilt gemäss Evaluationsbericht aber immer noch als "grösste Stärke der Bundesverwaltung".

Schwierige Balance zwischen Beruf und Privatleben

Gegenüber den Stichproben in den Jahren 2012 und 2013 schneidet die Bundesverwaltung auch bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben leicht schlechter ab. Nur 60 Prozent der Befragten gaben an, Arbeit und Privates ganz oder grösstenteils in einer gesunden Balance halten zu können. Hier bestehe denn auch Handlungsbedarf, hält das Personalamt fest.

Die Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal, der mehrere Personalverbände angehören, zeigte sich in einer Mitteilung besorgt über die Ergebnisse bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Man werde im Rahmen der Sozialpartnerschaft eine Aussprache verlangen, damit konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation in die Wege geleitet würden.

Wenig überraschend hat der Lohn einen grossen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit: In höhere Lohnklassen zeigten sich in vielen Themenbereichen "klar höhere Werte" als in der gesamten Bundesverwaltung, heisst es im Evaluationsbericht. (sda)


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