Burkagegner setzen jetzt auf Crowdfunding

INITIATIVEN ⋅ Mit der Unterschriftensammlung für ein nationales Verschleierungsverbot harzt es. Nun beschreiten die Burkabekämpfer neue Wege.
30. April 2017, 12:54

Kari Kälin

«Tells-Geschoss.ch»: So heisst die neue Plattform der rechtskonservativen Zeitung «Schweizerzeit». Laut Anian Liebrand, Redaktor und ehemaliger Präsident der JSVP, handelt es sich um die erste Plattform, mit der mittels Crowdfunding politische Kampagnen finanziert werden. Bei diesem Modell sollen möglichst viele Leute via Internet einen Beitrag für eine Kampagne zusichern.

Liebrand ist auch Mitglied des Egerkinger Komitees, das die Volksinitiative für ein Burkaverbot lanciert hat. Viereinhalb Monate vor Ende der Sammelfrist haben die Initianten aber bloss rund 75 000 der benötigten 100 000 Unterschriften beisammen. Der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann, Speerspitze des Kampfs gegen die Vollverschleierung, stellt mangelnden Sammeleifer fest, wie unsere Zeitung berichtete.

Nun eilt ihm die «Schweizerzeit» mit «Tells-Geschoss.ch» zu Hilfe. Das Ziel lautet, in den nächsten drei Monaten dank Crowdfunding 20 000 Franken zu generieren. Damit will Liebrand gleich viele Unterschrifts­bögen an mögliche Burkaverbots-Befürworter verschicken. Laut Liebrand braucht es noch einmal einen Schub, damit die Initiative das Sammelstadium überlebt.

Geld spenden kann man auf der Plattform derzeit für fünf weitere Projekte aus der politisch rechten Ecke, etwa für eine Informationskampagne gegen den «schleichenden EU-Beitritt». Für den Luzerner Liebrand ist klar: «Das Internet wird für die Finanzierung von Politkampagnen immer wichtiger.»

Crowdfunding sorgte diese Woche auch im Medienbereich für Schlagzeilen. Die bekannten Journalisten Constantin Seibt und Christof Moser haben seit Mittwochmorgen für ihr digitales Magazin «Republik» mit Crowd­funding sagenhafte 2,35 Millionen Franken gesammelt. Das Echo auf den Erfolg war riesig.


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