Die Tessiner Seen gehen zurück

WETTER ⋅ Die Pegel der Tessiner Seen sind stärker als erwartet gesunken. Dies ist auf die geringer als erwartet ausgefallenen Niederschläge und die tiefere Schneefallgrenze zurückzuführen. Die höchste Gefahrenstufe soll für die Seen aber erst am Freitag aufgehoben werden.

18. November 2014, 16:59
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Nach zwei Wochen intensiver Niederschläge kündigt sich im Tessin ab Dienstag trockeneres Wetter an. Der November 2014 könnte trotzdem zum Rekordniederschlagsmonat werden. Die Pegelstände von Lago Maggiore und Luganersee werden am Dienstagmorgen ihre bisherigen Höchststände erreichen.

Dies teilte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Dienstag per Communiqué mit. Seit Montagmorgen sei der Pegel des Lago Maggiore bis Dienstagmorgen um zwölf Zentimeter auf 196,2 Meter gesunken. Am Dienstagnachmittag um 16.30 Uhr lag der Pegel bei 196,1 Meter.

Auf der Alpensüdseite begann laut MeteoSchweiz am Dienstag eine längere Trockenphase, die mindestens bis zum Wochenende andauern soll.

Schon jetzt seien im November 2014 im Tessin vier bis fünf Mal so viel Regen gefallen wie normalerweise in diesem Monat, sagte ein Sprecher von MeteoSchweiz auf Anfrage.

Das BAFU geht davon aus, dass sich im Tessin weiter "spontane Rutschungen" ereignen können. Das Erdrutschrisiko werde erst in "ein bis zwei Tagen" abnehmen, da die Hänge durch den vielen Regen noch mit Wasser gesättigt seien.

Die Kantonsstrasse in Davesco-Soragno, wo in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei Menschen durch einen Erdrutsch getötet wurden, bleibt weiterhin gesperrt. Die Aufräumarbeiten begannen dort am Dienstagmorgen.

Die Tessiner Kantonspolizei teilte am Dienstag mit, dass es sich bei dem Schwerverletzten, der aus den Trümmern befreit werden konnte, um einen 35-jährigen und nicht um einen 44-jährigen Mann handelt. Der Zustand des Italieners bleibe kritisch.

Strassensperrungen nach Erdrutschen

Am Lago Maggiore ist die Strasse zwischen Brissago TI und Verbania (I) auf italienischer Seite bei Cannero Riviera gesperrt, wie ViaSuisse auf Anfrage bestätigte. Grund sei ein Erdrutsch, der sich am Montagnachmittag ereignet habe.

Diese Strasse wird von zahlreichen Grenzgängern genutzt, die aus dem Piemont ins Tessin zur Arbeit fahren. Sie mussten am Dienstagmorgen auf das Centovalli ausweichen oder die Fähre auf der anderen Seite des Lago Maggiore nehmen, um zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen, berichtete das Tessiner Fernsehen RSI auf seiner Website.

Im Raum Lugano und Mendrisio waren am Dienstagabend laut Viasuisse insgesamt sechs Kantonsstrassen gesperrt, weil zuvor Erdrutsche niedergegangen waren.

In der Südtessiner Gemeinde Vacallo wurden drei Familien aufgrund der Erdrutschgefahr am Montag evakuiert. Die Gemeinde Vacallo bestätigte der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung des Tessiner Fernsehens RSI. Die Familien sollten aber noch am Dienstag wieder in ihre Häuser zurückkehren können, sagte ein Gemeindesprecher. (sda)


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