Himalayasalz und Co bieten keinen Vorteil

NAHRUNGSMITTEL ⋅ Spezialitätensalze wie Himalaya- oder Persiensalz haben keinen Vorteil gegenüber gewöhnlichem Kochsalz. Sie werden zwar als natürlicher und gesünder beworben, bei den Inhaltsstoffen schneidet aber normales Speisesalz besser ab, wie ein neuer Bericht zeigt.

24. November 2016, 11:48

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat 25 Salze unter die Lupe genommen. Über die Inhaltsstoffe der stetig wachsenden Anzahl Spezialsalze im Schweizer Handel war bisher noch wenig bekannt, wie das BLV am Donnerstag mitteilte. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen: Die positiven Eigenschaften, mit denen Himalayasalz und Co beworben werden, lassen sich nicht nachweisen.

Generell sind Standardsalze mit 99 Prozent Natriumchlorid reiner als die Spezialitätensalze mit nur 94 Prozent oder weniger. Letztere enthalten grössere Mengen unerwünschter Stoffe wie Aluminium. Allerdings lagen alle potenziell schädlichen Stoffe unter den Grenzwerten, die als bedenklich für die Gesundheit gelten, schrieb das BLV.

Kaum oder keine Nährstoffe

Andererseits bieten die Spezialitätensalze aber auch in Sachen Nährstoffe keinen Vorteil. Bei allen untersuchten Salzen liessen sich Mineralstoffe und Spurenelemente gar nicht oder nur in sehr geringen Mengen feststellen, die für die Gesundheit nicht relevant seien, hiess es im Bericht. Ausnahme waren nur Eisen in Himalaya-, Kala Namak- und Bambus-Salz, Kalium in Persiensalz und Jod in jodiertem Speisesalz.

Die Spezialitätensalze enthielten laut BLV nur wenig oder gar kein Jod. Gerade in Jodmangelgebieten wie der Schweiz ist eine ausreichende Aufnahme von Jod - meist über Speisesalz - jedoch für die Gesundheit wichtig. Ein Mangel kann insbesondere bei ungeborenen Babys und bei Kindern die Entwicklung stören. Bei Erwachsenen kann sich die Schilddrüse vergrössern.

Spezialitätensalze bringen also keinen Vorteil für die Ernährung verglichen mit normalem Kochsalz. Vor allem sollten sie im Hausgebrauch Jod-angereichertes Speisesalz nicht routinemässig ersetzen, da sie kaum oder kein Jod enthalten, resümiert der Bericht. (sda)


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