Luftwaffe muss nach Abstürzen Programm straffen

SCHWEIZ ⋅ Die Schweizer Luftwaffe muss nach mehreren Abstürzen ihr Programm straffen. Auf der Kippe steht die Teilnahme an einer Luftverteidigungsübung mit mehreren NATO-Staaten vom kommenden Jahr.

16. Oktober 2016, 12:23

Luftwaffen-Sprecher Jürg Nussbaum bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag». «Möglicherweise wird das 'Tactical Leadership Programm' gestrichen werden müssen», teilte Nussbaum mit Verweis auf die Anzahl Kampfjets mit.

Bereits abgesagt worden ist eine Vorführung der Patrouille Suisse in Tschechien im vergangenen September. Auch deren Bestand ist nach einem Absturz dezimiert. Es habe in den letzten Wochen einen sehr grossen Zusatzaufwand aufgrund vieler zusätzlicher und ungeplanter Triebwerkwechsel gegeben, sagte Nussbaum. Der Luftwaffensprecher betonte aber, dass die Piloten dennoch genügend Flugpraxis aufweisen. Per Ende September sei die Anzahl Flugstunden der F/A-18-Flotte 125 Stunden über dem Soll gelegen.

Mehrere Abstürze in den letzten Jahren

Die Schweizer Luftwaffe hat in den letzten Jahren gleich mehrere Kampfjets verloren. Ende August zerschellte eine F/A-18 im Sustengebiet, im Juni stürzte ein F5-Tiger-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse bei einem Trainingsflug in Holland ab. Zu weiteren Abstürzen von Schweizer F/A-18-Jets kam es 2015 in Frankreich und 2013 am Lopper in Obwalden.

Die Beschaffung von neuen Kampfjets zieht sich nach dem Volks-Nein im Mai 2014 zum Gripen in die Länge. Von den 53 F-5 Tiger Kampfjets sind gemäss Verteidigungsdepartement (VBS) derzeit noch 25 im Einsatz. Von den ursprünglich 34 in Betrieb genommenen F/A-18-Jets stehen noch 30 zur Verfügung.

sda


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