Rekordmenge an Regen im Juli

WETTER ⋅ Rekord-Regenmengen haben den Juli geprägt, vor allem im Westen der Schweiz. Die Durchschnittstemperatur lag fast ein Grad unter dem Mittelwert der letzten 30 Jahre. Für Meteorologen ist es aber schwierig, die genauen Ursachen des verregneten Sommers zu bestimmen.

15. August 2014, 15:39

«Im Juli haben sich die Tiefdruckzonen von den aus Westen kommenden Strömungen abgetrennt und sind über den Alpen stehen geblieben», führte Pierre Eckert von MeteoSchweiz in Genf am Freitag auf Anfrage aus. Diese Situation sei nicht typisch für den Sommer und gleiche eher dem Wetter im Herbst.

Im vergangenen Monat blieben Tiefdruckzonen drei Mal in Folge über den Alpen hängen, jedes Mal drei bis fünf Tage lang. «Im August zeigt sich eine eher klassische Situation mit von Westen nach Osten ziehenden Tiefdruckgebieten, aber auf für die Jahreszeit sehr tiefen Breitengraden», sagte der Meteorologe.

Die Ursachen des regnerischen Wetters genau zu bezeichnen, sei schwierig, sagte Eckert. Vermutlich handele es sich um Schwankungen innerhalb der natürlichen Veränderlichkeit des Klimas. Denn zwei Sommer glichen sich selten.

sda

Im Kanton Luzern hat es am Montagabend heftig geregnet. Zahlreiche Bäche sind über die Ufer getreten. Besonders betroffen war die Napfregion und das Gebiet um den Sempachersee.

  • Altstätten SG
  • Altstätten SG

Nebst der Zentralschweiz sind auch etwa das St.Galler Rheintal oder das Emmental von dem Unwetter betroffen. Flüsse treten über die Ufer und führen Schwemmholz, Stressen werden gespült, gesättigte Felder können das Wasser nicht mehr aufnehmen

Nach dem Hochwasser gehen am Freitag die Aufräumarbeiten weiter. Am Freitag waren die Einsatzkräfte vor allem bemüht, die Bachläufe von Geröll und Holz zu befreien. Damit will man sich gegen allfällige neue Gewitter wappnen.

Verregnete Tage liegen hinter uns. Doch vor neun Jahren kam es noch viel schlimmer: Pro Quadratmeter stürzten damals innert kurzer Zeit 235 Liter Wasser vom Himmel. Entsprechend katastrophal sah es danach auch in Zug aus.

  • Überschwemmung beim Schulhaus Obernau.
  • Der Krienbach, ein kleines Bächlein, ist zu einem reissenden Bach angewachsen.
  • Der Krienbach sucht sich seinen Weg durch Obernau.

Dramatische Situation am Montagabend in Obernau: Ein Bach ist über die Ufer getreten und hat zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr Kriens stand im Dauereinsatz.

  • Ein Erdrutsch verschüttete die Schienen zwischen Thörishaus Dorf und Flamatt. Die Bahnverbindung auf der Linie Bern - Freiburg ist deshalb unterbrochen.
  • Der Unterbruch hat weitreichende Folgen, wie aus einer in der Nacht auf Sonntag verbreiteten Bahnverkehrsinformation hervorgeht. So fallen die Fernverkehrszüge von St. Gallen und Luzern nach Genf Flughafen zwischen Bern und Freiburg aus. Auch der Regionalverkehr ist betroffen.  Reisende von Zürich, Basel, Luzern, Olten oder Bern nach Lausanne oder umgekehrt fahren via Biel. Dafür ist mehr Reisezeit einzurechnen.
  • Fribourg: Strasse nach Bourguillon verschüttet

In der Schweiz hat es an diesem Wochenende viel geregnet. An einigen Orten kam es zu Behinderungen.


 


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