So viel Verkehr wie noch nie

Noch nie waren auf Schweizer Autobahnen so viele Fahrzeuge unterwegs wie im letzten Jahr. Die Fahrleistung hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Das zeigt sich auch in den häufiger werdenden Staustunden.

20. August 2012, 15:47
NZZ Online

(sda) Das Schweizer Nationalstrassennetz war 2011 so stark frequentiert wie noch nie zuvor: Auf den Autobahnen wurden fast 26 Milliarden Kilometer zurückgelegt, 2,8 Prozent mehr als 2010. Inzwischen wickeln sich mehr als 40 Prozent des Motorfahrzeugverkehrs über die Nationalstrassen ab.

Innert 20 Jahren verdoppelt

Damit hat sich die Fahrleistung auf den Autobahnen seit 1990 mehr als verdoppelt, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) in seinem am Montag publizierten Nationalstrassen-Jahresbericht mitteilte. Am stärksten belastet sind die A 1 zwischen Genf und Lausanne sowie zwischen Bern und Winterthur und die A 2 im Raum Basel.

Der Güterverkehr wickelt sogar 67,7 Prozent der gefahrenen Kilometer über Autobahnen ab. Am meisten Schwerverkehr wurde auf der A 1 bei Oftringen/Rothrist mit durchschnittlich 13 146 Lastwagen pro Werktag gemessen. Im Gotthard-Strassentunnel wurden 2011 pro Werktag 2541 Lastwagen registriert, rund 700 weniger als 2010.

Deutlich mehr Staus

Der wachsende Verkehr schlägt sich in Verkehrsunterbrüchen und Staus nieder. 2011 wurden aufgrund von 12 325 Verkehrsmeldungen insgesamt 19 149 Staustunden erfasst. Das sind 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Autobahnen stossen gemäss Astra auf verschiedenen Abschnitten zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.

Baustellen besser bewirtschaftet

Rund zwei Drittel oder 15'810 Staustunden wurden durch Verkehrsüberlastungen ausgelöst, dies entspricht einer Zunahme von 34 Prozent. Um 4 Prozent auf 2112 Stunden stiegen die unfallbedingten Staus. Gesunken ist hingegen die Staudauer wegen Baustellen, nämlich um 14 Prozent auf 1624 Stunden. Zurückzuführen ist diese Entwicklung laut Astra auf weitere Verbesserungen in der Bewirtschaftung der Baustellen.

Problematisch ist die Stausituation vor allem auf der Nordumfahrung Zürich-Winterthur, wo 2011 an 349 Tagen Staus registriert wurde. Stark betroffen sind auch der Grossraum Baregg bei Baden, der Abschnitt Bern-Kriegstetten, die Umfahrung Genf und die Umfahrung Lausanne.

Verteilung auf ganze Wochen

Vor dem Gotthard-Südportal wurden letztes Jahr an 182 Tagen Staus registriert, vor dem Nordportal an 150 Tagen. Die typischen Ferien- und Osterstaus, die sich früher auf einige Wochenenden konzentrierten, verteilen nun sich vermehrt über ganze Wochen.

Leichter Rückgang der Unfallzahlen

Letztes Jahr ereigneten sich auf Autobahnen und Autostrassen 1861 Unfälle mit Personenschaden. Dabei verunfallten 2714 Personen. 37 kamen ums Leben, 327 wurden schwer, 2350 leicht verletzt. Dies bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber den Vorjahren. Die meisten Unfälle sind auf Unaufmerksamkeit zurückzuführen, die zweithäufigste Ursache ist zu nahes Aufschliessen. Fast die Hälfte dieser Unfälle waren Schleuder- oder Selbstunfälle.

Teilweise auch statistisch bedingt

Die meisten Unfälle ereigneten sich an Werktagen im dichten Morgen- respektive Abendverkehr. Samstags und sonntags ereignen sich im Vergleich zu den Werktagen mehr Unfälle in den frühen Morgenstunden. Das Astra schränkt ein, dass die markante Zunahme der Verkehrszahlen wie bereits im Vorjahr teilweise statistisch bedingt ist. Die Erfassungsmethoden seien auch letztes weiter verfeinert worden. Verkehrsbehinderungen würden so Jahr für Jahr zuverlässiger erkannt.


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