Studie mit Dr. Smile

GESUNDHEIT ⋅ Eine Studie eines Zürcher Spitals zeigt auf, dass Ärzte ihr Namensschild rechts tragen sollten. Dort entdeckten Testpersonen ein beschriftetes Schild schneller als wenn es auf der linken Seite des Kittels befestigt war.

20. März 2015, 09:19

Ihre nur vermeintlich triviale Untersuchung begründen die Mediziner um Samuel Schmid von der Universitätsklinik Balgrist in Zürich mit der Bedeutung der Arzt-Patienten-Beziehung "für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten". Diese begänne, wenn sich der Arzt mit Namen und Funktion vorstellt, schreiben sie im Fachjournal "Plos ONE".

Die meisten Spitäler verpflichteten Ärzte, ein Namensschild zu tragen. Doch ob es besser links oder rechts getragen wird, sei bisher unbekannt gewesen, bemängeln die Autoren. Dieser entscheidenden Frage ging das Team mit einem Experiment nach.

"Dr. Please Smile"

Dazu traf ein geduldiger Orthopäde auf 100 Freiwillige und begrüsste sie, ohne seinen Namen zu nennen. In je 50 Fällen trug er entweder auf der linken oder rechten Brustseite ein Namensschild mit einem Smiley statt eines Gesichts und dem Namen "Dr. Please Smile" zur besseren Erkennbarkeit.

Ein als Student getarnter Mitarbeiter notierte, wie lange die Testpersonen brauchten, um das Schild zu entdecken. Sie gaben dies durch Lächeln oder den Versuch, den Namen zu entziffern, preis.

Deutlich mehr der 29 Testpersonen, die "Dr. Smile" überhaupt wahrnahmen, entdeckten ihn, wenn das Schild rechts getragen wurde. Dort wurde das Schild auch signifikant schneller entdeckt, nämlich in nur 9 statt 25 Sekunden. Die Forscher erklären dies damit, dass der Arzt die Leute mit der rechten Hand begrüsst und deren Blick dafür zur rechten Körperseite wandert.

Eine gravierende Divergenz zum Klinikalltag zeigte eine kleine Umfrage bei den Ärzten der Klinik: 29 von 49 tragen das Namensschild links. Die Forscher glauben, dass es so für Rechtshänder einfacher zu befestigen ist. "Unsere Resultate sprechen aber eindeutig für die rechte Seite", schreiben die Autoren.

In einer anschliessenden Befragung gaben die meisten Probanden an, dass sie Namensschilder bei Ärzten wichtig fänden (87%). Sogar 96 Prozent fanden es wichtig, dass sich der Arzt sich mit Namen vorstellt. Die Forscher geben zu bedenken, dass die Resultate bei älteren Personen oder in Ländern, wo man sich zur Begrüssung nicht die rechte Hand reicht, anders ausfallen könnten. (sda)


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