Das sind die Ängste von Herr und Frau Schweizer

SORGENBAROMETER 2016 ⋅ Die Hauptsorgen der Schweizerinnen und Schweizer sind seit Jahren die gleichen. Aber immer mehr setzen auf die Bilateralen.

Aktualisiert: 
30.11.2016, 19:00
30. November 2016, 10:01

Vier von fünf Schweizerinnen und Schweizer (81 Prozent) wollen die bilateralen Verträge mit der EU fortsetzen. Immer skeptischer beurteilen die Stimmberechtigten jedoch einen EU-Beitritt, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Sorgenbarometer 2016 der Credit Suisse hervorgeht.

Die Unterstützung der "Bilateralen" hat seit letztem Jahr sprunghaft zugenommen: Damals befürworteten 60 Prozent eine Fortsetzung. Noch weniger Rückhalt als letztes Jahr erhält die Kündigung der Verträge: Nur 19 Prozent sprachen sich dafür aus, 5 Prozent weniger als letztes Jahr.

Ein Beitritt zur EU ist dagegen noch weniger ein Thema als 2015: Die Zustimmung dafür schmolz von 23 auf 10 Prozent der Befragten. 50 Prozent (+4 Prozentpunkte) sehen in einem EWR-Beitritt eine Alternative.

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer finden, der Bundesrat mache seine Sache in der Aussenpolitik gut: In der Befragung äusserten sich 69 Prozent sehr oder eher zufrieden damit. Als sehr oder eher unzufrieden bezeichnen sich 26 Prozent. Die übrigen 5 Prozent konnten sich nicht entscheiden.

Als wichtigstes innenpolitisches Ziel gilt die Förderung der Bildung (93 Prozent), gefolgt von der langfristigen Sicherstellung von AHV/IV (88 Prozent). Auf Platz 3 liegt mit 86 Prozent ein offener Zugang zu ausländischen Märkten.

Hauptsorgen bleiben die "drei A"

Die Hauptsorgen der Schweizerinnen und Schweizer sind seit Jahren die gleichen. Das Top-Trio bilden die "drei A": Arbeitslosigkeit, Altersvorsorge und Ausländerfragen. Sie bleiben auch die meistgenannten Zukunftssorgen.

45 Prozent der Befragten machen sich am meisten Sorgen über Arbeitslosigkeit einschliesslich Jugendarbeitslosigkeit. Immerhin sind das elf Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Weniger Sorgen bereiten auch Ausländerfragen samt Integration und Personenfreizügigkeit (36 Prozent, -7 Prozentpunkte) sowie die AHV/Altersvorsorge (28 Prozent, -10 Prozentpunkte). Auf Platz 4 liegen Flüchtlings- und Asylfragen (26 Prozent, -9 Prozentpunkte) und auf Platz 5 EU/Bilaterale. Die Befragten können jeweils aus einer Auswahl von 37 Sorgen die fünf für sie wichtigsten bestimmen.

Nationalrat verliert Vertrauen

Der Nationalrat ist aus den Top Ten der 20 vertrauenswürdigsten Institutionen gekippt. Letztes Jahr noch auf Rang 3, liegt er dieses Jahr auf Rang 13. Er wird gleich vertrauenswürdig eingeschätzt wie Gratiszeitungen und Banken und liegt knapp hinter Radio und bezahlten Zeitungen, die sich den elften Platz teilen.

Seit Jahren ungebrochen ist dagegen das Vertrauen der Bevölkerung ins Bundesgericht, das stets Gold holt. Silber teilen sich dieses Jahr der Ständerat, der letztes Jahr noch auf Platz sieben lag, und die Polizei. Diese rückt einen Rang vor und tauscht damit den Platz mit dem Bundesrat.

Zusammen mit diesem holen NGOs und Arbeitnehmerorganisationen Bronze. Beide sind von Rang 15 nach vorne geschnellt. Um einen Rang verbessert hat sich die Nationalbank. Fünf Plätze gut machte die Staatliche Verwaltung, vier das Fernsehen und zwei die Armee, die alle drei auf Platz acht liegen.

Schlusslicht in der Vertrauenshitparade bilden die Arbeitgeber, knapp hinter den Kirchen und der EU. Das Internet und die politischen Parteien teilen sich Rang 16.

Das Credit Suisse Sorgenbarometer wird seit 40 Jahren jährlich erhoben. Im Auftrag der CS führte das Forschungsinstitut gfs.bern im Juli 2016 eine repräsentative Umfrage unter 1010 Stimmberechtigten in allen Landesteilen durch.

Hinweis: Der CS-Sorgenbarometer im Detail »

sda

Das Sorgenbarometer 2016 misst die Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Eine davon ist die unsichere Zukunft der Altersvorsorge. Immer mehr Rentner müssen mit wenig Geld auskommen. (Tele1, 30. November 2016)

Das Sorgenbarometer 2016 misst die Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Eine davon ist die unsichere Zukunft der Altersvorsorge. Immer mehr Rentner müssen mit wenig Geld auskommen. (Tele1, 30. November 2016)




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