Weitere Razzien in der Fifa-Affäre

FIFA ⋅ Die Bundesanwaltschaft hat neue Hausdurchsuchungen in der Affäre um eine Millionenzahlung des Deutschen Fussball-Bunds (DFB) durchgeführt. Im Visier ist auch der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi.

30. November 2016, 10:27

Balz Bruppacher

Die Razzien fanden am vergangenen 23. November an mehreren Standorten in der Deutschschweiz statt, wie André Marty, Sprecher der Bundesanwaltschaft (BA), am Mittwoch auf Anfrage der «Luzerner Zeitung» bekanntgab. Es ging um das Verfahren, das die BA bereits im November 2015 eröffnet hatte und in dem auch Franz Beckenbauer zu den Beschuldigten gehört. Die Bundesanwaltschaft will dabei die Hintergründe einer im April 2005 erfolgten Zahlung des DFB in der Höhe von 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus ermitteln.

An dieser Transaktion war auch die Fifa beteiligt. Dass die BA nun unterstützt vom Bundesamt für Polizei weitere Hausdurchsuchungen an verschiedenen Orten in der Deutschschweiz durchführte, hängt damit zusammen, dass der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi ebenfalls zu den Beschuldigten des im November 2015 eröffneten Strafverfahrens gehört, wie Marty bestätigte. Bisher war nur bekannt, dass sich die Ermittlungen gegen Beckenbauer und die drei hochrangigen DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst Rudolf Schmidt richten, die alle im Organisationskomitee der Fussball-WM 2006 in Deutschland sassen.

Über die Ermittlungen der BA gegen Linsi berichtete am Mittwoch als erster der Finanzblog Inside Paradeplatz. Demnach trat der 67-jährige Linsi wegen des Strafverfahrens vergangene Woche als Verwaltungsrat der Bank Sparhafen Zürich in den Ausstand. Linsi war nach einer langen Kariere bei der Fifa bis 2007 Generalsekretär des Weltfussballverbands gewesen.

Das Verfahren der Bundesanwaltschaft betrifft den Verdacht auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Geldwäscherei und Veruntreuung. Weitere Angaben machte die BA nicht. Sie wollte sich auch nicht zur Frage äussern, ob weitere damalige Fifa-Funktionäre zu den Beschuldigten gehören. Bekannt ist, dass die Bundesanwaltschaft in anderen Zusammenhängen gegen den früheren Fifa-Präsidenten Joseph Blatter sowie gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke ermittelt.


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