Alliance F: Offener Brief für mehr Frauen im Bundesrat

BERN ⋅ «Mehr Frauen in den Bundesrat, jetzt!»: Unter diesem Motto hat Alliance F am Samstagmorgen einen offenen Brief lanciert.
23. September 2017, 11:27

Der Dachverband der Frauenverbände, Alliance F, fordert das Parlament dazu auf, mehr Frauen in den Bundesrat zu wählen. Den offenen Brief kann auf der Internetseite www.bundesraetinnen.ch jedermann unterzeichnen.

Nachdem die vereinigte Bundesversammlung am Mittwoch Ignazio Cassis für den zurückgetretenen Didier Burkhalter in die Landesregierung gewählt hat, sitzen im Siebnergremium weiterhin bloss zwei Frauen. «Auch bei der jüngsten Bundesratswahl wurden wieder fähige Frauen übergangen», schreibt Alliance F. Der Verband verlangt nun, dass die Geschlechterfrage in der Bundesverfassung verankert wird. Bis jetzt schreibt diese nur eine angemessene Vertretung der Landesgegenden und Sprachregionen vor.

«Unser Bundesstaat beruht auf Quoten, man nennt das einfach anders: Konkordanz. Es bräuchte auch eine Geschlechterkonkordanz», sagt Kathrin Bertschy, Berner GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin von Alliance F. Und die Zürcher BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti ergänzt: «Es ist einfach nur tragisch, dass wir am Schluss vielleicht nicht um eine gesetzliche Regelung herumkommen.»

Einen entsprechenden Vorstoss hat Nationalrätin Maya Graf (Grüne, BL) bereits lanciert. In einer parlamentarischen Initiative fordert die Co-Präsidentin von Alliance F eine angemessene Vertretung der Geschlechter im Bundesrat. Konkret heisst das: Mindestens drei Frauen oder drei Männer müssten immer in der Landesregierung vertreten sein.

Seit der Gründung des modernen Bundesstaates im Jahr 1848 wirkten in der Schweiz 110 Personen in der Landesregierung, darunter bloss sieben Frauen. Nur von 2010 bis 2011 waren sie in der Überzahl. Damals sassen Micheline Calmy-Rey (SP), Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), Doris Leuthard (CVP) und Simonetta Sommaruga gleichzeitig im Bundesrat.

(kä)

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