Buttet nicht mehr "zweithöchster" Offizier

FALL BUTTET ⋅ Der mit Stalking-Vorwürfen konfrontierte Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet ist auch vom Vizepräsidium der Schweizerischen Offiziersgesellschaft zurückgetreten. Zur Strafklage gegen Buttet äusserte sich nun auch die Staatsanwaltschaft.
Aktualisiert: 
05.12.2017, 18:13
05. Dezember 2017, 17:05

Oberstleutnant Buttet habe SOG-Präsident Stefan Holenstein am Montag über seinen Rücktritt informiert, teilte die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) am Dienstag mit. Der Vorstand habe den Entscheid zur Kenntnis genommen und werde nach Ende eines allfälligen Strafverfahrens über das weitere Vorgehen entscheiden.

Von der Armee suspendiert

Zuvor war Buttet bereits von der Armee suspendiert worden. Seine Dienstwaffe muss er abgeben. Bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien, werde er auch nicht mehr zu Wiederholungskursen aufgeboten, teilte die Armee mit. Dabei handle es sich um vorsorgliche und vorübergehende Massnahmen, die in solchen Fällen immer zur Anwendung kämen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass wegen Buttet Ende November in Siders VS die Polizei ausrücken musste. Er soll bei seiner Ex-Geliebten so lange geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief. Dieser Auftritt des Nationalrats hatte eine Klage wegen Stalkings zur Folge.

Zu den Vorwürfen äusserte sich nun auch die Walliser Staatsanwaltschaft "auf Grund verschiedener Medienanfragen", wie sie am Dienstag in einem Communiqué schrieb. Der Staatsanwaltschaft liegt demnach eine Strafklage einer gebürtigen Walliserin gegen Buttet vor. Es gehe um Delikte gegen die Ehre und die Freiheit. Das Verfahren laufe.

Kein Alkoholtest

Auch zu den Vorfällen in der fraglichen Nacht auf den 19. November in Siders nimmt die Behörde Stellung. Buttet habe damals nicht ins Röhrchen blasen müssen. Dies hätten die Einsatzkräfte von Stadt- und Kantonspolizei zu Recht entschieden. Es sei keine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz festgestellt worden, und es gehe auch nicht um häusliche Gewalt.

Über die Vorfälle in Siders hatte am 30. November die Westschweizer Zeitung "Le Temps" berichtet. Gewisse Informationen, die an diese Zeitung gelangt seien, könnten nach ersten Erkenntnissen aus polizeilichen Quellen stammen, schrieb die Staatsanwaltschaft. Sie eröffnete eine Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung, wie sie bereits früher bekannt gab.

Nach den Enthüllungen der Westschweizer Zeitung "Le Temps" wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Im Westschweizer Radio RTS lehnte Buttet einen Rücktritt zwar ab. Er zog sich jedoch vorläufig aus der Öffentlichkeit zurück, trat als Vize-Präsident der CVP Schweiz zurück und will sich in eine Alkohol-Entziehungskur begeben. (sda)

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