1500 «umverteilte» Flüchtlinge kommen bald in die Schweiz

GENF/BERN ⋅ Die Schweiz nimmt im Rahmen des europäischen Umverteilungsprogramms 1500 Flüchtlinge auf. Diese sollen in den nächsten Wochen aus Italien und Griechenland in die Schweiz kommen.

Eine erste Gruppe solle schon bald in der Schweiz eintreffen, hiess es vom Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Das wird in den nächsten Wochen sein», präzisierte SEM-Chef Mario Gattiker am Mittwoch vor den Medien. Er sprach am Rande der UNO-Konferenz zu den Syrien-Flüchtlingen in Genf.
 
«Wir sind dabei, die Modalitäten mit den griechischen und italienischen Behörden festzulegen», sagte Gattiker. Die Flüchtlinge würden von Griechenland und Italien ausgesucht. Die Schweiz mache danach eine «Fallprüfung», vor allem zu Sicherheitsaspekten.
 
Umgekehrt muss die Schweiz Personen gemäss der Dublin-Vereinbarung in jene europäische Länder zurückschicken, wo die Flüchtlinge bereits eine Asylanfrage gestellt haben.
 
Der Bundesrat hat grundsätzlich bereits zugestimmt, eine zweite Gruppe von Flüchtlingen aufzunehmen, sofern sich die EU auf einen Verteilschlüssel einigt. Der Zeitplan dafür ist aber noch nicht bekannt. Vor einigen Monaten kursierte die Zahl von 4500 bis 5000 Personen von rund 120'000 Flüchtlingen, die in die EU kommen sollen.
 
«Wir nehmen freiwillig an der Umverteilung teil», sagte Staatssekretär Gattiker. Deren Umsetzung müsse noch mit den Kantonen abgesprochen werden.
 
In den fünf Jahren seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien nahm die Schweiz mehr als 16'000 Flüchtlinge auf, die als besonders gefährdet eingestuft wurden. Die Aufnahme verlief über Asylverfahren, Familienzusammenführungen, humanitäre Visa oder Flüchtlingskontingente.

sda


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