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Aargau kauft 200 Ikea-Hütten für Asylbewerber

ASYL ⋅ Der Kanton Aargau will Asylbewerber auch in einfachen Selbstbau-Hütten der Ikea-Stiftung unterbringen. Diese «Shelters for Refugees», wie sie in Krisengebieten in Syrien stehen, sollen im Aargau vor allem in Hallen aufgestellt werden. Der Kanton plant das erste Hütten-Zentrum für bis zu 300 Personen in Frick.

Im Kanton Aargau werden Flüchtlinge künftig in Ikea-Häusern wohnen. Der Kanton kauft mehrere Hundert Bausätze. (Keystone, 29.10.2015)

 

Der Aargau beschaffe 200 «Shelters», sagte Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) am Donnerstag vor den Medien in Brugg. Der Aargau sei der erste Kanton, der solche Hütten im Feldversuch geprüft und evaluiert habe. Sie bezeichnete die mobilen Unterkünfte eine «taugliche Option».

Es sei nicht das Ziel, alle Asylsuchenden in «Shelters» unterzubringen. Feste oberirdische Einrichtungen mit Tageslicht seien jedoch besser als unterirdische Anlagen, hielt Hochuli fest.

Die Hütten entwickelte die gemeinnützige Stiftung des schwedischen Konzerns zusammen mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).

Eine Hütte kostet gemäss Angaben des Kantons rund 1200 Franken. Zusammen mit einfachen Einrichtungen wie Bett und Schrank kommt ein Platz pro Person auf rund 500 Franken zu stehen. Hochuli sprach von einer «sehr kostengünstigen Variante», um Leute gut unterzubringen.

Die Grundfläche von 17,5 Quadratmetern bietet eine Wohnfläche für fünf Personen. Der Unterstand wird, wie bei IKEA-Möbeln üblich, als Bausatz in zwei Kartons angeliefert.

Sechs bis acht Leute seien notwendig, um einen «Shelter» aufzubauen, sagte Andreas Flückiger, Leiter der kantonalen Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz . Der Aufbau pro Hütte dauere rund einen halben Tag.

Die Wände sind aus Plastik, das Dach aus Kunststoff. Die nicht heizbaren Hütten wurden als Ersatz für Zelte konzipiert. Sie verfügen über Strom, aber sonst über keine Infrastruktur.

Der Bund sei an den Erfahrungen des Aargaus sehr interessiert, sagte Christoph Flury, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz.

Ehemalige Werkhallen im Fricktal als Standort

Als ersten Standort für das Aufstellen der Hütten steht Frick im Zentrum. In zwei grossen Werkhallen des ehemaligen Werkhofes für die Autobahn A3 sollen so bis zu 300 Asylsuchende eine vorübergehende Bleibe finden. In einer Halle sollen Familien und Kinder leben, in der anderen Männer. Im ersten Quartal 2016 soll das «Shelter»-Lager in Betrieb gehen.

Das Areal gehört dem Kanton, der bei der Gemeinde die notwendige Baubewilligung einholen muss. Der Gemeinderat von Frick habe sein grundsätzliches Einverständnis für die Zwischennutzung des Werkhofes gegeben, hiess es. Kanton und Gemeinde wollen eine Vereinbarung abschliessen.

Aargau will gewappnet sein

Der Aargau liess im Sommer in Aarau, Buchs und Villmergen 13 Armeezelte für bis zu 140 Asylsuchende aufbauen. Diese von den Behörden als «temporäre mobile Infrastrukturen» bezeichneten Zelte sollen im November abgebaut werden.

Hochulis Departement bereitet sich derzeit auf einen allfälligen starken Zustrom von Asylsuchenden vor. Die zuständigen Stellen arbeiten Konzepte aus, um eine solche Situation organisatorisch und logistisch managen zu können.

Die Situation bei der Unterbringung sei «angespannt», heisst es seit Wochen. Der Kantonale Sozialdienst verfügt über 69 Unterkünfte mit einer Kapazität von 1'928 Plätzen. In Obhut des Kantons sind derzeit 2'329 Personen. Der Bund wies dem Aargau im September 356 Asylsuchende zu. Im Oktober waren es bislang 335 Personen. Bei mehreren Spitälern werden die sogenannten Geschützten Operationsstellen (GOPS) genutzt.

(sda)

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