Bestürzung in der Schweiz nach Attentat in Paris

SCHWEIZ ⋅ Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verurteilt das Attentat auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» scharf. Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument befürchtet neue Herausforderungen für die Medien.

Die Schweiz verurteile das Attentat in Paris scharf, sagte Bundespräsidentin Sommaruga gemäss Tweet von Bundesratssprecher André Simonazzi. Sie drücke Frankreich ihr Beileid aus.

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument weilt derzeit mit europäischen Verlegern in Frankfurt. Alle seien schockiert, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Ein solches Attentat habe grosse Wirkung und Konsequenzen, es sei «wie ein Fanal», sagte Lebrument.

Nach diesem Angriff könne man sich nicht einfach zurücklehnen. Lebrument sieht neue Herausforderungen auf die Medien zukommen. Zum einen müsse man sich überlegen, ob die Sicherheit der Redaktionen gewährleistet sei. Zum andern werde es zunehmend schwierig für Medienschaffende, das Verhältnis zwischen einheimischer Bevölkerung und Zugewanderten mit muslimischem Hintergrund zu beschreiben.

Der Westschweizer Verlegerverband Médias Suisses zeigte sich auf Anfrage der sda konsterniert. Es sei ein «schwarzer Tag» für die Pressefreiheit, sagte Generalsekretär Daniel Hammer.

Der Journalistenverband Impressum gab sich in einer Mitteilung «zutiefst erschüttert». «Wir verurteilen den Angriff auf die Presse- und Meinungsäusserungsfreiheit aufs Schärfste», schreibt der Verband «und rufen die Behörden auf, die Verantwortlichen des Massakers und ihre Hintermänner ohne Rücksicht auf andere Interessen zur Verantwortung zu ziehen.»

Zwei Tage nach dem Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» (7. Januar 2015) hat die Polizei ein Versteck der Attentäter gestürmt und die beiden Männer getötet. Zeitgleich beendeten Spezialeinheiten die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris. Der Täter wurde getötet, vier Geiseln kamen ums Leben.

sda


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