Denkmal für Opfer des Carunglücks von Siders

BUSDRAMA IM WALLIS ⋅ Rund 130 Angehörige der Opfer des Carunglücks von Siders haben am Freitag - drei Jahre nach dem Drama - an einer offiziellen Gedenkfeier im Wallis teilgenommen. Zur Erinnerung an die 28 Todesopfer wurde ein Denkmal eingeweiht.

Bei dem Carunglück vom 13. März 2012 waren im Autobahntunnel von Siders 28 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 22 belgische und niederländische Kinder. Die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, der belgische Premierminister Charles Michel, der Walliser Staatsratspräsident Jean-Michel Cina und der Stadtpräsident von Siders, François Genoud, gedachten in Ansprachen der Opfer.

"Ich teile mit Ihnen Ihre Trauer und Ihren Schmerz, so wie die ganze Schweizer Bevölkerung vor drei Jahren mit Ihnen getrauert hat", sagte die Bundespräsidentin laut Redetext zu den Angehörigen: "Das Mitgefühl und die Solidarität der Walliser Bevölkerung und der ganzen Schweiz waren spontan und stark. Und die Anteilnahme ist auch heute gross."

Bundespräsidentin Sommaruga und Staatsratspräsident Cina legten anschliessend beim Amphitheater Auguste Piccard am Lac de Géronde (Gerundensee) gemeinsam einen Kranz nieder. Dasselbe tat Premierminister Michel in Erinnerung an das Drama von Siders für Belgien und Sander Dekker, Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft, für die Niederlande.

Zur offiziellen Delegation aus Belgien gehörten neben dem Premier auch Kris Peeters, Vize-Premierminister und Minister für Arbeit, Wirtschaft und Konsumentenschutz, Jan Jambon, Vize-Premierminister und Minister für Sicherheit- und Inneres, Verkehrsministerin Jacqueline Gallant, Staatssekretär Bart Tommelein sowie der Bürgermeister von Lommel, Peter Vanvelthoven.

Seitens des Kantons Wallis nahmen neben Staatsratspräsident Cina auch Vizepräsident Jacques Melly und Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten am Gedenkanlass teil.

Gedenkstätte direkt über dem Tunnel

Der Stadt Siders und den Familien der Opfer war es ein Anliegen, eine Gedenkstätte für alle vom Busunglück betroffenen Personen zu errichten, wie der Stadtpräsident von Siders sagte. Mit der Gedenkstätte August Piccard beim Gerundensee habe der ideale Standort mit Blick auf den gedeckten Autobahneinschnitt gefunden werden können. Landschaftsarchitekt Paolo Bürgi habe damals die Annäherung zwischen den Ländern und den Völkern symbolisieren wollen.

Die Gedenkstätte direkt über dem Tunnel solle ebenfalls eine Annäherung symbolisieren: ein Zusammenrücken angesichts des Dramas, des Todes und des Schmerzes. Gestaltet wurde das Denkmal von der Bildhauerin Beatriz Canfield, einer in Siders wohnhaften mexikanischen Künstlerin.

Ihr Werk besteht aus zwei vertikalen Pfeilern von drei Metern Höhe. Dieses duale Werk zwischen Tag und Nacht, Himmel und Erde soll eine Rückkehr zum Wesentlichen und letztlich eine Hommage an das Leben sein.

Noch vor der offiziellen Einweihung des Denkmals hatten sich die Opferfamilien zusammen mit den Rettungskräften an den Unfallort im Tunnel der Autobahn A9 begeben, um noch einmal Abschied zu nehmen.

Ursache des Unglücks nicht ganz geklärt

Der belgische Reisecar war vor drei Jahren auf der Heimfahrt von einem Skilager im Wallis auf der Autobahn A9 frontal in die Nothaltenische eines Tunnels geprallt. Die Ursache des Unglücks ist ungeklärt, ist aber nach Ansicht der Walliser Staatsanwaltschaft auf den verstorbenen Chauffeur zurückzuführen.

Die Untersuchungsbehörden schlossen alle anderen Unfallhypothesen aus und vermuten eine Unachtsamkeit oder einen Schwächeanfall beim Lenker. Die Walliser Staatsanwalt stellte die Untersuchung zum Unfall im Juni 2014 ein. Dies wurde von mehreren Eltern der Kinder angefochten. Der Rekurs ist vor dem Walliser Kantonsgericht hängig. (sda)


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