Helipiloten kämpfen für Gebirgslandeplätze

LUFTFAHRT ⋅ Die vom Bund geplante Reduktion der Gebirgslandeplätze stösst bei der Helikopterbranche auf Kritik. Eine solche hätte nicht bloss wirtschaftliche Folgen für die Unternehmen, sondern würde vor allem das hohe Niveau der alpinen Arbeits- und Rettungsfliegerei schwächen.

Branchenvertreter hoben am Dienstag vor den Medien in Bern die Bedeutung der Gebirgslandeplätze für die Ausbildung und das Training von Gebirgspiloten hervor.

"Der Trainingsraum für Flüge im Gebirge ist die Natur mit ihren wechselnden Witterungs-, Wind- und Sichtverhältnissen", betonte SVP-Nationalrat Rudolf Joder, Präsident der Swiss Helicopter Association. Dem Verband gehören zahlreiche Helikopterunternehmen wie etwa Air Zermatt, Air Glaciers oder Swiss Helicopter AG an.

Bestens ausgebildete Piloten brauche es nicht nur für Such- und Rettungsflüge, sondern ebenso für Montagen, Hangsicherungen, Lawinensprengungen, Tierrettungen und ähnliche Leistungen der Helikopterbranche, von denen insbesondere die Bergbevölkerung profitiere.

"Wenn wir Landeplätze verlieren, ist längerfristig dieser nicht subventionierte Service Public der Helikopterbranche für die Berggebiete gefährdet", sagte Patrick Aegerter, Basisleiter Zweisimmen von Swiss Helicopter.

Umstrittenes Heliskiing

Rund drei Viertel der Flüge im Gebirge entfallen nach Angaben des Branchenverbandes auf Arbeits-, Rettungs- und Suchflüge. Das in Umweltkreisen stark umstrittene Heliskiing macht im Alpenkamm gemäss Daniel Sulzer, Vorstandsmitglied der Swiss Helicopter Association, rund acht Prozent aus.

Umweltverbände kritisieren das Heliskiing seit Jahren heftig als sinnloser, exklusiver Spass auf Kosten der empfindlichen Gebirgslandschaft. Ihnen geht die vom Bund geplante Reduktion der Gebirgslandeplätze viel zu wenig weit.

Für Marc Ziegler, selber Bergführer und Chef Ausbildung Alpine Rettung Schweiz, bedeutet Heliskiing Wertschöpfung in Berggebieten und einen Zustupf in ertragsschwachen Wochen, etwa wenn im Tal kein Schnee liege.

Die Diskussion über Gebirgslandeplätze sowie Nutz- und Schutzinteressen im Berggebiet, dauert nun bereits viele Jahre. Bemühungen um eine Einigung führten nicht zum Erfolg. Der Bundesrat beschloss darum letzten Frühling die Überprüfung der Landeplätze zu stoppen und deren Zahl von bisher 42 genutzten Plätzen auf 40 zu verringern.

Zwei Plätze im Berner Oberland

Geschlossen werden sollen zwei Plätze im Kanton Bern: Rosenegg West oberhalb von Grindelwald und Gumm im Saanenland. Die verbleibenden Gebirgslandeplätze sollen im bisherigen Umfang weitergenutzt werden.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) begründete die Auswahl der beiden Berner Landeplätze mit der Interessenabwägung zwischen Natur-, Landschafts- und Wildtierschutz auf der einen und Flugausbildung und des Flugtrainings auf der anderen Seite.

Eine Reduktion der Anzahl Gebirgslandeplätze habe unweigerlich zur Folge, dass verbleibende Plätze stärker belastet würden, machten die Vertreter der Helikopterbranchevor den Medien klar.

Der Entscheid des Bundes, zwei Plätze zu schliessen, sei nichts anderes als ein politisches Zückerchen für die Umweltverbände, kritisiert die Swiss Helicopter Association. Die Branche übe seit Jahren Selbstbeschränkung, indem sie von den eigentlich möglichen 48 Plätzen lediglich deren 42 genutzt habe.

Im Rahmen der noch bis Ende Monat dauernden Anhörung setzt sich der Verband deshalb für die Erhaltung der beiden Landeplätze Rosenegg West und Gumm ein. (sda)


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