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Initianten werben für Ja zu Erbschaftssteuer

ERBSCHAFTSSTEUER ⋅ Für das Initiativkomitee ist die Einführung einer nationalen Erbschaftssteuer ein Instrument gegen die ungleiche Verteilung von Reichtum. Indem kleinere und mittlere Erbschaften nicht besteuert würden, verringere sich die Vermögenskonzentration.

Heute weise die Schweiz die höchste Vermögenskonzentration aller OECD-Länder auf, teilten die Initianten am Freitag mit. Die reichsten 2 Prozent der Steuerzahler besässen hierzulande gleich viel Vermögen wie der ganze Rest. Indem die Reichsten ihre "Riesenvermögen" steuerfrei an ihre Nachkommen vererben könnten, nehme die Vermögenskonzentration ständig zu.

Die Initiative "Millionenerbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)" fordert eine nationale Erbschaftssteuer mit einem Steuersatz von 20 Prozent. Erbschaften von weniger als zwei Millionen Franken und Schenkungen von bis zu 20'000 Franken im Jahr wären allerdings von der Steuer ausgenommen. Das Elternhaus oder die Goldschalenuhr des Onkels unterliege damit keiner Steuer, so die Initianten.

"Liberales Anliegen"

Die Initiative, die am 14. Juni zur Abstimmung kommt, soll gemäss dem Ja-Komitee die "intransparente und kantonal ungleiche" Besteuerung durch eine national einheitliche Regelung ersetzen. Die Initiative wolle keine neue Steuer, sondern lediglich eine Steuerreform.

Die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer sei ein "liberales Anliegen", wird der ehemalige EVP-Nationalrat Heiner Studer in der Mitteilung zitiert. Liberal sei es nämlich, nicht vor allem die Arbeitsleistungen, sondern auch Einkommen aus anderen Quellen zu besteuern.

Hinter dem Volksbegehren, das im Februar 2013 eingereicht worden war, stehen die Parteien EVP, SP, Grüne und CSP sowie der Schweizerische Gewerkschaftsbund und die christliche Organisation ChristNet. Das Parlament sowie der Bundesrat sprechen sich gegen die Initiative aus. (sda)

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