Junge Löwenäffchen entzücken im Zoo Zürich

TIERE ⋅ In ihrer Heimat im brasilianischen Regenwald waren sie fast ausgestorben. Durch ein gezieltes Zuchtprogramm und Schutzmassnahmen wächst der Bestand der Goldgelben Löwenäffchen allmählich wieder. Auch der Zoo Zürich leistet dazu einen Beitrag: Vor knapp drei Wochen kamen Drillinge zur Welt.

  • Golden lion tamarin at zoo in Zurich

Im Zoo Zürich sind vor knapp drei Wochen Löwenäffchen-Drillinge zur Welt gekommen.

Eines der Jungen starb allerdings nach fünf Tagen. Die beiden anderen entwickeln sich jedoch sehr gut, wie Kurator Samuel Furrer am Mittwoch erklärte. Um die beiden Jungtiere zu entdecken, braucht man Geduld und ein gutes Auge. Sie sind gerade mal rund 10 Zentimeter lang und verschwinden fast im dichten Fell ihrer Eltern.

Bei den Goldgelben Löwenäffchen kümmert sich die ganze Familie um den Nachwuchs. Sie leben im Familienverband zusammen, einem monogamen Paar und dessen Nachwuchs bis zu einem Alter von etwa drei Jahren. Sowohl der Vater als auch die älteren Geschwister tragen die Jungen herum, so dass die Mutter entlastet wird.

Die beiden Jungen im Zoo Zürich haben allerdings keine älteren Geschwister: 2013 und 2014 brachte Mutter Juliet zwar Junge zur Welt, sie wurden aber tot geboren.

Die Goldgelben Löwenäffchen gehören zur Familie der Krallenaffen. Von der Nasen- bis zur Schwanzspitze sind die erwachsenen Tiere rund 60 Zentimeter lang und sie wiegen rund 500 Gramm. Das ist eine gute Grösse, um sich in der dichten Vegetation fortzubewegen, wie Furrer sagte.

Bei der Nahrungsbeschaffung sind die Krallen ein wichtiges Hilfsmittel. Damit bohren die Tiere Löcher in Baumrinden, um an Insekten und Pflanzensäfte zu gelangen. Ausserdem ernähren sich die Äffchen von Spinnen, kleinen Echsen, Baumfröschen, Früchten, Blüten und Blättern.

Erfolgreiche Arterhaltung

Die Goldgelben Löwenäffchen gehören zu den seltensten Primatenarten weltweit. Sie leben im atlantischen Küstenwald Brasiliens, der heute jedoch nur noch 7 Prozent seiner ursprünglichen Fläche umfasst. Diese Restfläche besteht ausserdem nicht aus einem zusammenhängenden Gebiet, sondern besteht aus vielen kleinen Teilen.

Biologen aus Brasilien, Europa und den USA stellten 1972 die Weichen für ein gezieltes Zuchtprogramm, formulierten Schutzmassnahmen für die Goldgelben Löwenäffchen und definierten Forschungsziele. Bis zum Jahr 2025 soll eine Population von 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen geschützten Gebiet leben. 1975 gab es nur noch 100 bis 200 Tiere.

Durch Wiederansiedlung und Umsiedlung ist die Population frei lebender Tiere inzwischen wieder auf rund 1700 gewachsen. Mehr als ein Drittel davon sind Nachkommen von 146 Goldgelben Löwenäffchen, die in Zoos geboren und nach einem Freiland-Training ausgewildert wurden.

Ausserdem besteht ein Zuchtprogramm, das rund 560 Tiere in weltweit 130 Zoos umfasst. Diese Tiere sind eine Leihgabe. Sie gehören dem Brasilianischen Staat. (sda)


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