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Kampagne gegen Darmkrebs lanciert

GESUNDHEIT ⋅ Apotheker und Ärzte lancieren eine Kampagne zur Vorsorge von Darmkrebs. Denn früh entdeckt sei Darmkrebs sehr gut heilbar. Heute ist die Erkrankung eine der tödlichsten Krebsarten in der Schweiz.

Vom 1. März bis 16. April lancieren pharmaSuisse und mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz die Kampagne. In 771 Apotheken in der ganzen Schweiz können Menschen im Alter von 50 bis 75 Jahren mit einem unkomplizierten Stuhltest herausfinden, ob Verdacht auf Darmkrebs besteht, wie die beiden Organisationen am Montag bekanntgaben.

Darmkrebs sei eine der tödlichsten Krebsarten der Schweiz und könne jeden treffen. Jedes Jahr erkrankten 4100 Menschen daran. Häufiger seien nur Brustkrebs bei den Frauen und Prostata- und Lungenkrebs bei den Männern. Im Gegensatz zu vielen anderen Tumoren gebe es beim Darmkrebs aber gute Vorsorgemöglichkeiten.

Schleichende Erkrankung

Ohne Vorsorge erkranke eine von zwanzig Personen, mit Vorsorge hingegen nur eine von sechzig Personen an Darmkrebs. Um Menschen auf Darmkrebsvorsorge anzusprechen, seien die Apotheken mit ihrem einfachen Zugang und mit 300'000 Kundenkontakten täglich der ideale Ort. "Wir erreichen so auch die Gesunden, die nie oder selten zum Arzt gehen", wird Fabian Vaucher, geschäftsführender Präsident von pharmaSuisse, dem Schweizerischen Apothekerverband, in einer Mitteilung zitiert.

Eine Anmeldung für die Beratung zur Darmkrebsvorsorge sei nicht nötig, und der Datenschutz sei für die Teilnehmenden gewährleistet. Gemeinsam mit dem Kunden fülle der Apotheker einen elektronischen Fragebogen zur Risikoabklärung aus.

Falls der Kunde bei einem Verwandten ersten Grades bereits einen Darmkrebsvorfall zu beklagen habe, werde er direkt an den Hausarzt weitergeleitet. Als nächster Schritt sei zur Sicherung der Diagnose eine Darmspiegelung angezeigt.

Nicht ganz gratis

Bei allen anderen Kunden dieser Altersklasse, die nicht bereits in den vergangenen fünf Jahren eine Darmspiegelung vorgenommen hätten, werde ein Stuhltest empfohlen. Dieser Test sei unkompliziert, könne zu Hause durchgeführt und mit einem vorfrankierten Couvert ins Labor der Clinique de la Source in Lausanne geschickt werden.

Nach zwei Wochen eröffne der Apotheker dem Kunden in der Apotheke das Resultat. Für die Beratungsdienstleistung inklusive Risikoabklärung und Stuhltest wird ein Preis von 28 Franken empfohlen.

Bei einem positiven Test werden die Kunden an den Hausarzt weitergeleitet. Dabei könnten etwaige Polypen rechtzeitig entdeckt und gleich entfernt beziehungsweise vorhandene Karzinome am Weiterwachsen gehindert werden. Gründe für einen positiven Stuhltest könnten aber beispielsweise auch nur Hämorrhoiden sein. Bei einem positiven Testergebnis bestehe deshalb noch kein Grund zur Panik. Nur einer von 18 positiven Stuhltests führe tatsächlich zur Diagnose Darmkrebs.

www.nein-zu-darmkrebs.ch (sda)

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