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Kerry ruft am WEF zu Kampf gegen Terror auf

WEF 2015 ⋅ US-Aussenminister John Kerry hat in Davos zur Einigkeit aufgerufen. Die zivilisierte Welt dürfe angesichts der Terrorgewalt nicht klein beigeben. Das schlimmste wäre, alle Muslime in einen Topf zu werfen und alle für die Gräueltaten verantwortlich zu machen.

"Wir müssen dem Terrorismus zeigen, dass wir immer stärker werden, je mehr man uns versucht zu trennen", sagte US-Aussenminister John Kerry am Weltwirtschaftsforum (WEF).

Kerry schilderte zu Beginn seiner Rede einige Beispiele der Gräueltaten der IS. "Warum verlässt man seine Familie, um für solche Monster zu kämpfen?", fragte Kerry in den Saal und gab einige mögliche Antworten: vielleicht aus Überzeugung, vielleicht aus materieller Not, möglicherweise aus Langeweile und wegen Aussicht auf kurzfristige Berühmtheit. Möglicherweise spielen diverse Faktoren zusammen.

Es gehe im Kampf gegen den Terror auch darum, die Faktoren verstehen zu lernen. "Verstehen und Akzeptanz ist nicht das gleiche", sagte Kerry. "Es gibt keinen einzigen Grund, der Terror rechtfertigt", sagte er.

Kerry lobte die am Vortrag geführten Strategiegespräche der internationalen Allianz gegen den IS und die bereits unternommenen Massnahmen wie etwa Luftanschläge. Doch der Kampf gegen den Terror wird gemäss Kerry auch entschieden an unscheinbaren Orten, an Strassenecken, in Schulen, in Kirchen, in der Wahrnehmung der Menschen.

Geld gegen den Terror

Es brauche auch wirtschaftliche Mittel. "Ich sage Ihnen Folgendes: Wenn wir glauben, etwas tun zu müssen, dann haben wir schon immer das Geld gefunden."

Doch die Billionen für die Kriege - etwa im Irak - hätten auch anders ausgegeben werden können. "Wir müssen ernsthaft investieren in die Dinge, die etwas ausmachen können", sagte er.

Kerry stellte dabei den Bezug her zum Anleihenankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Er betonte, dass die Länder noch viel mehr tun müssten für die Ausbildung der jungen Menschen und gegen die Arbeitslosigkeit.

Kerry verbreitete aber auch Optimismus: Trotz Terror würden heutzutage weniger Menschen an einem gewaltsamen Tod sterben als je zuvor. Dies sei kein Zufall, sondern eine Folge von Entschlossenheit. "Niemand soll daran zweifeln, dass wir am gleichen Strick ziehen wollen", schloss er. (sda)

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