Luftwaffen-Chef: «Es braucht neue Kampfjets»

EMMEN ⋅ Luftwaffen-Chef Aldo C. Schellenberg hat die Notwendigkeit neuer Kampfjets bekräftigt. Die Schweizer Luftwaffe habe zwar für den Luftpolizeidienst genügend Flugzeuge. Für den Ernstfall seien aber mehr Kampfflugzeuge nötig.

Für den Luftpolizeidienst rund um die Uhr genügten die 32 F/A-18 Kampfflugzeuge grundsätzlich, sagte Schellenberg am Mittwoch am jährlichen Informationsrapport in Emmen vor rund 800 Miliz-Offizieren und Berufskadern. Um die Bevölkerung im Ernstfall mit mindestens zwei sich permanent in der Luft befindenden Flugzeugen zu schützen, seien aber mindestens 55 Kampfflugzeuge nötig.

Nach dem Nein des Volks zum Gripen-Kauf im vergangenen Jahr werde sich die Lebensdauer der bisherigen 32 F/A-18 verkürzen, sagte Schellenberg. Das VBS plant darum, mit Investitionen deren Nutzungsdauer über 2025 hinaus zu verlängern. Die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge müsse so rasch wie möglich erfolgen. Ein neuer Typenentscheid soll spätestens 2020 fallen.

Bessere Bereitschaft

Beim Tiger F-5 würden die eidgenössischen Räte frühestens 2017 über eine Ausserdienststellung entscheiden. Die 26 Flugzeuge würden vorläufig im bisherigen Rahmen weiterbetrieben, der Rest der Flotte von total 54 Tigern werde minimal unterhalten, sodass später auch ein Verkauf möglich sei, sagte Schellenberg. Mittelfristig müsse ebenfalls die Beschaffung eines Ersatzes für die veralteten Tiger anvisiert werden.

Noch in diesem Jahr will die Luftwaffe beginnen, Schrittweise ihre Bereitschaft zur Intervention zu verbessern. Diese war bisher lediglich zu Bürozeiten einsatzfähig. Ab 2020 sollen Jets das ganze Jahr über rund um die Uhr eingreifen können.

Zu einer möglichen Anschaffung eines Transportflugzeugs, wie es zwei hängige Motionen aus dem Ständerat verlangen, äusserte sich Schellenberg zurückhaltend. Die Beschaffung sei letztlich eine politische Frage, sagt er. Aus operativen Gründen hält er bei einem Kauf mindestens zwei Transporter nötig.

sda
 


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