Mahnwache für getötete Kinder von Flaach

TÖTUNGSDELIKT ⋅ Rund 60 Personen haben am Freitagnachmittag in Zürich eine Mahnwache für die getöteten Kinder von Flaach ZH abgehalten. Mit Kerzen und einer Schweigeminute forderten sie die Abschaffung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB).

Organisiert wurde der Anlass von der Schriftstellerin Zoë Jenny, die wegen ihrer Auseinandersetzungen mit der KESB mittlerweile in Wien lebt. An der Mahnwache berichtete sie ausführlich von ihren Erlebnissen.

Ans Mikrofon stellten sich auch die Grosseltern der getöteten Kinder von Flaach. Sie überbrachten den Teilnehmern Grüsse ihrer Tochter, die seit ihrer Tat am Neujahrstag in Haft ist. "In Gedanken ist sie bei uns an dieser Mahnwache." Das Vorgehen der KESB in ihrem Fall bezeichneten sie als "behördlich angeordneten Kindesmissbrauch".

Prominente Unterstützung

An der Mahnwache anwesend war auch Psychologin Julia Onken und Politologin Regula Stämpfli. Musiker Chris von Rohr, der sich ebenfalls angekündigt hatte, fehlte jedoch. Der Anlass blieb friedlich. Schon beim Aufruf betonten die Organisatoren, dass "Beleidigungen oder Drohungen gegen Personen oder Behörden nicht toleriert werden".

Die KESB waren nach dem Tötungsdelikt am Neujahrstag harscher Kritik und auch handfesten Drohungen ausgesetzt. Die Mitarbeitenden der zuständigen KESB Winterthur-Andelfingen benötigten sogar Polizeischutz.

Anlass für die Mahnwache war das zweifache Tötungsdelikt vom Neujahrstag in Flaach. Eine 27-jährige Mutter erstickte ihre eigenen Kinder, nachdem die KESB die vorübergehende Unterbringung in einem Heim angeordnet hatte. Die Behörde stufte die Familiensituation als instabil ein. (sda)


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