Polizei setzt auf Elektroschock-Waffe

SICHERHEIT ⋅ Polizisten in der Schweiz haben die vergangenen Jahre die Elektroschock-Waffe Taser so oft eingesetzt wie nie zuvor. 36 Mal wurde ein Taser verwendet. Das sind sechs Einsätze mehr als im Vorjahr und gar 13 mehr als 2012.

Die Elektroschock-Pistole sei von Genf bis in die Ostschweiz etwa gleich häufig verwendet worden, sagte Roland Stämpfli, Leiter der Geschäftsstelle Polizeitechnik, auf Anfrage der sda. Er bestätigte entsprechende Meldungen der "NZZ am Sonntag" und des "SonntagsBlick".

Von den 36 Mal, in denen ein Kantons- oder Gemeindepolizist zum Taser griff, wurde 22 Mal der Abzug gedrückt. In den übrigen 14 Fällen reichte es, mit der Waffe zu drohen. Die Waffe habe eine starke abschreckende Wirkung, sagte Stämpfli.

Der häufigere Einsatz von Tasern ist laut Stämpfli "einer der Faktoren, die dazu beitragen, dass weniger Schusswaffen gebraucht werden". Auch die Schulung der Polizisten spiele dabei eine wichtige Rolle, setzte er hinzu.

Lange Debatte im Parlament

Der Einsatz von Elektroschock-Waffen ist auf Bundesebene seit 2009 erlaubt. Im Parlament hatte das Thema zuvor für heftige Debatten gesorgt. Es brauchte eine Einigungskonferenz, damit die beiden Räte das Zwangsanwendungsgesetz, in dem der Einsatz von Tasern geregelt wurde, unter Dach und Fach bringen konnten.

Opposition gab es insbesondere dagegen, den Einsatz von Elektroschockpistolen bei Ausschaffungen renitenter Ausländer zu erlauben. Die Spätfolgen der Taser-Anwendung seien nicht geklärt, und es sei schon zu Todesfällen gekommen, hielten die Taser-Gegner zudem fest. Sie verwiesen zudem darauf, dass es sich laut dem UNO-Ausschuss gegen Folter beim Taser um eine Form von Folter handelt, wie er 2007 festgehalten hatte.

Schliesslich setzten sich im Parlament jedoch die Befürworter durch. Diese sahen im Taser ein wirkungsvolles Mittel, um Polizisten zu schützen und den Einsatz von Schusswaffen zu vermeiden. (sda)


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