Ringen um neuen UNO-Klimavertrag geht weiter

UNO KLIMA UMWELT ⋅ Knapp zwei Monate nach dem UNO-Klimagipfel in Lima sind am Sonntag Experten der Vereinten Nationen in Genf zusammengekommen, um aus dem in Peru erzielten Minimalkonsens einen Vertragsentwurf zu schaffen.

Ziel sei es, bis zum kommenden Freitag ein Papier zur CO2-Reduzierung vorzulegen, das dann beim Pariser Klimagipfel im Dezember unterzeichnet werden soll, sagte der US-Unterhändler Daniel Reifsnyder. Er steht gemeinsam mit dem Algerier Ahmed Djoghlaf der Konferenz in Genf vor.

In Peru war Mitte Dezember lediglich ein Minimalkonsens mit vielen Fragezeichen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielt worden. Daraus soll nun der Entwurf für ein neues verbindliches Klimaabkommen ab 2020 entstehen.

Dabei ist die Lastenteilung zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern bei der CO2-Reduzierung weiter umstritten. Nach den Vereinbarungen von Lima sollen die Staaten möglichst bis März Einsparungsziele darlegen und Klimaschutz-Massnahmen vorschlagen.

Ziele dürfen von den Staaten individuell festgelegt werden. Ausserdem soll bei den CO2-Einsparungen ein transparenter Vergleich ermöglicht und ein Kontrollmechanismus etabliert werden.

Noch keine Verpflichtungen

Zudem wurde in der Erklärung von Lima die Forderung der Entwicklung- und Schwellenländer nach einer Finanzierung zur Anpassung an den Klimawandel zwar erwähnt. Konkrete Verpflichtungen wurden daraus aber nicht abgeleitet.

Das UNO-Klimasekretariat soll bis zum 1. November die Zusagen der Mitgliedstaaten zusammentragen. Anschliessend sollen sie überprüfen, ob damit tatsächlich das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden kann.

Die Verpflichtungen sollen erlauben, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 40 bis 70 Prozent zu senken. Dies gilt als notwendig, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bei einer stärkeren Erwärmung gilt der Klimawandel als unbeherrschbar.

In seiner Eröffnungsrede am Sonntag in Genf wies der Peruaner Manuel Pulgar Vidal darauf hin, dass das Jahr 2014 das heisseste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1880 gewesen sei. Dies zeige, wie dringend gehandelt werden müsse. (sda/afp)


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