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Schweden hilft Ueli Maurer bei Gripen-Kampagne

KAMPFJET ⋅ Geheimberichte des schwedischen Botschafters in Bern belegen: Der SVP-Bundesrat segnete über 30 PR-Anlässe ab. Den Gripen will er alle sechs bis acht Wochen in der Luft sehen.

kä/sda. Der Gripen-Hersteller Saab werde sich aus der Abstimmung vom 18. Mai heraushalten: Dies versicherte am Dienstag Bundesrat Ueli Maurer (SVP) vor den Medien in Bern. Der Saab-Konzern, der schwedische Staat und der Bund hätten sich darauf geeinigt, dass keine Zahlungen von Saab flössen, «weder direkt noch indirekt», sagte der Verteidigungsminister. Eine solche Zahlung war bereits geflossen. Der «Verein für eine sichere Schweiz», der die Ja-Kampagne für den Kauf der 22 Gripen für 3,1 Milliarden Franken führt, zahlte nun den Beitrag von 200'000 Franken an Saab zurück. Auf Einladung will Saab trotzdem weiterhin an Informationsanlässen teilnehmen.

«Positive Events» organisieren

Eine passive Rolle will der schwedische Staat im Abstimmungskampf aber keineswegs spielen offenbar mit Maurers Segen. Dies zeigen geheime Dokumente, die das schwedische Radio heute publizierte und die unserer Zeitung vorliegen. «Maurer wünscht ab jetzt bis zum Abstimmungstermin von Schweden so viel Unterstützung wie möglich», berichtete der schwedische Botschafter in Bern, Per Thöresson, im letzten November seinen Vorgesetzten in Stockholm. Maurer wolle den Gripen alle sechs bis acht Wochen am Schweizer Himmel sehen. Der SVP-Magistrat möchte laut Thöresson zwar nicht, dass sich Schweden direkt in den Abstimmungskampf einschaltet. Der Support solle vielmehr in Form von «positiven Events» wie Besuchen von Journalisten in Schweden oder grossen Schweden-Schweiz-Anlässen in der Schweiz erfolgen. So plant die schwedische Botschaft etwa eine Veranstaltung in Luzern und Engelberg, die pressewirksam vielleicht sogar von der schwedischen Kronprinzessin Victoria besucht wird.

Setzt also ausgerechnet Ueli Maurer, der sich sonst vehement gegen Einmischung vom Ausland wehrt, auf schwedischen Schub für die Gripen-Kampa­gne? Er sei einfach ein grosser Fan von Schweden und schätze es, wenn sich das Land in der Schweiz positiv darstelle, sagt Maurer. «Aber dass ich Schweden aufgefordert habe, ein bestimmtes Aktionsprogramm zu machen, ist falsch.»

 

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