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Goldmünzen-Initiative: Geld fehlt

INITIATIVE ⋅ Der Goldpreis ist seit letztem Frühling um über einen Fünftel gefallen. Die Promotoren der Goldmünzen-Initiative denken deswegen nicht ans Aufgeben. Was noch fehlt, ist ein finanzkräftiger Sponsor.

bbp. Wenn es nach dem ehemaligen Swissair-Piloten Thomas Jacob geht, wird auf dem Pilatus dereinst ein «Goldomat» stehen. Touristen werden Schlange stehen, um die begehrten Schweizer Goldmünzen zu erwerben. Nicht das Vreneli, das zurzeit rund 220 Franken kostet, sondern eine praktischere Variante mit Stückelungen ab einem Goldanteil von 0,1 Gramm. Was heute einem Wert von etwa 3,50 Franken entspräche. Jacob, der den Verein Goldfranken präsidiert, mangelt es nicht an Visionen, wenn man ihn auf sein Projekt einer Volksinitiative «Schweizer Goldmünzen» anspricht.

«Wir sind bereit», hatte er schon im letzten Frühling gesagt und den Start der Unterschriftensammlung für diesen Herbst in Aussicht gestellt. Noch harzt es aber mit der Finanzierung. «Unter 200 000 Franken ist das nicht zu machen», sagt Jacob. Zurzeit weibelt er bei Organisationen, Firmen und Privatpersonen um Unterstützung. Dass ihm der deutlich gesunkene Goldpreis einen Strich durch die Rechnung macht, glaubt Jacob nicht. «Im Gegenteil: tiefe Preise wären ja ein günstiger Moment, um solche Münzen zu kaufen.» Sobald das Startkapital vorhanden ist, will der Verein loslegen. Im Sommer wurde unter Beizug von Juristen und Ökonomen nochmals am Initiativtext (siehe Box) gefeilt. «In einer Vernehmlassung haben wir breite Zustimmung erhalten», sagt Jacob.

Schweizer Vertrauenssiegel

Bewusst wird jetzt auf die Begriffe «Goldfranken» und «Goldwährung» verzichtet. Denn die Initianten wollen vermeiden, dass man ihnen Pläne für eine Rückkehr zum Goldstandard unterstellt. Es handle sich auch nicht um eine Einmischung in die Geld- und Währungspolitik der Nationalbank, versichert Jacob.

Erster Anlauf klar gescheitert

Nicht beirren lässt sich der Verein Goldmünzen durch den Umstand, dass ein erster Anlauf des Projekts im Herbst 2012 im Nationalrat klar gescheitert war. Eine parlamentarische Initiative des ehemaligen Zürcher SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer erhielt damals nicht einmal bei der eigenen Partei geschlossene Unterstützung. Jacob bemüht sich deshalb um eine breitere politische Abstützung für sein Vorhaben, auch links der politischen Mitte. Namen aus dem links-grünen Lager kann er allerdings noch keine nennen. Im Verein sind mehrere FDP-Mitglieder aktiv. Den «Goldfranken», wie er damals noch bezeichnet wurde, hatten im ersten Anlauf im Nationalrat die Zürcher Freisinnige Doris Fiala und der Zuger CVP-Vertreter Gerhard Pfister unterstützt. «Es ist keine parteipolitische Initiative, sondern es geht letztlich um die Demokratisierung des Goldes», sagt Jacob.

 

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