Schweizer Bauern fordern einen fairen Milchpreis

ZÜRICH ⋅ Die «Initiative Fair» setzt sich für einen fairen Milchpreis ein: Die Initianten fordern 75 Rappen pro Liter Milch für die Bauern. Dafür haben sie das Gütesiegel «Fair» lanciert.
08. Februar 2018, 15:11

Heute werde die Milch im Detailhandel für rund 1.40 Franken verkauft und die Bauern erhielten häufig nur 56 Rappen, schreiben die Initianten - neun Milchbauern aus allen Regionen der Schweiz - in der Medienmitteilung vom Donnerstag.

Damit würden sie am Existenzminimum arbeiten. Viele der Bauern könnten ihre Milchproduktion sogar nur weiterführen, indem Familienangehörige gratis auf dem Betrieb mitarbeiten.

«Fair» garantiert hingegen einen Netto-Produzentenpreis von 75 Rappen für die Bauern, eine artgerechte Tierhaltung, besonders tierfreundliche Ställe, regelmässigen Auslauf ins Freie und den Verzicht auf genverändertes oder palmölhaltiges Futter, heisst es im entsprechenden Manifest.

Die Initianten, die in der Anfangsphase vom Verband Schweizer Milchproduzenten SMP unterstützt werden, wollen daher unter dem Gütelsiegel «Fair» Milch und weitere Milchprodukte in die Regale der Grossverteiler und wichtigen Retailer in der Schweiz bringen. Sie versprechen sich von der «kleinen Preiserhöhung», ihre Kosten decken und über kurz oder lang notwendige Investitionen tätigen zu können.

Zudem erhoffen sie sich, dass die Konsumenten mit dem Gütesiegel für bewusste Kaufentscheide sensibilisiert werden und die Wertschätzung gegenüber Schweizer Milchprodukten gefördert wird. (sda)

Video: 20 Rappen mehr für einen Liter Milch

Neun Bauern fordern mit einer Initiative einen fairen Milchpreis und wollen ihn um 20 Rappen erhöhen. Dafür lancieren sie das Gütesiegel «Fair». Der aktuelle Milchpreis decke kaum die Produktionskosten, sagen sie. Besser sieht der Preis bei der Bio-Milch aus. Jedoch können nicht alle Bauern auf Bio umstellen, sagt die Initiantin und Bäuerin Priska Widmer. (Adrian Reusser/sda, 8. Februar 2018)



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