Bürokratisch

Torfausstiegskonzept

13. August 2017, 04:38

Es gibt Regierungen, die sich dieser Tage mit einem möglichen Atomkrieg befassen. Die Schweiz setzt andere Prioritäten. Sie beschäftigt sich mit den wirklich wichtigen Fragen. Zum Beispiel mit der Zukunft der Sackerde.

Wie man weiss, ist in so mancher Blumenerde, die man fürs Geranienkistchen kauft, Torf enthalten. Und wie man weiter weiss, stammt der Torf aus Hochmooren. Zwar nicht aus schweizerischen – die sind von Volk und Ständen unter verfassungsmässigen Schutz gestellt worden –, aber aus solchen im Ausland. Auch diese Hochmoore mögen es aber überhaupt nicht, wenn man ihnen den Torf abgräbt. Kurzum: Das Schweizer Geranienkistchen gefährdet die Hochmoore ennet der Landesgrenze. Bereits 2014 hat unsere Landesregierung diesen Zusammenhang messerscharf erkannt und in einem weisen Beschluss ein Torfausstiegskonzept verabschiedet. Nun vermeldet Bundesbern den Durchbruch: Diese Woche haben sich Vertreter der Erden- und Gartenbranche auf eine schrittweise Reduktion des Torfanteils in den Sackerden geeinigt. Und zwar freiwillig.

Der Vorgang belegt: Die Konzepte unserer Regierung mögen manchem auf den Sack gehen, am Ende fallen sie auf fruchtbaren Boden und erretten die Sumpfgebiete allüberall auf dem Planeten. Das ist wahre Regierungskunst. Den Atomkrieg planen, das kann hingegen jede Torfnase. (pho)

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