Zu hohe Wildbestände und Klimawandel bedrohen Schweizer Wald

FORSTWESEN ⋅ War in den 1980er-Jahren noch vom Waldsterben infolge der Luftverschmutzung die Rede, lauern heute zwei andere Gefahren für hiesige Wälder. Kurz- und mittelfristig sind es die zu hohen Wildbestände, langfristig der Klimawandel.
16. September 2017, 10:14

Insbesondere die Hirsche seien eine Bedrohung für den Schweizer Wald, sagte der oberste Schwyzer Förster, Theo Weber, in einem Interview mit dem "Boten der Urschweiz" vom Samstag. Neben den verschiedenen Schalenwildarten stellten aber auch Insekten, Pilze und Neophyten eine Gefahr dar.

Was die Auswirkungen des Klimawandels betrifft, so führe dieser zu durchschnittlich höheren Temperaturen und zu einer anderen Verteilung der Niederschläge im Jahresverlauf. "Stürme, extreme Witterungsereignisse wie Hitzeperioden und längere Trockenphasen haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft. Sie sind für sämtlichen Pflanzen Stressfaktoren."

Um die Risiken im Wald besser zu verteilen, sei eine hohe Baumartenvielfalt erstrebenswert. Gezielt gefördert würden klimatolerantere Baumarten wie die Eiche, Edellaubhölzer wie Ahorn, Kirsche und Esche, sowie die Weisstanne oder die Douglasie.

Wichtig sei auch die Schutzfunktion des Waldes. Dort wo dieser nicht vor Steinschlägen und Lawinen schützen kann, müssten Verbauungen erstellt werden. Diese sind laut Förster Weber zehn- bis zwanzigmal teurer. "Ein Baum, dessen Holz einen Wert von gut 80 Franken aufweist, leistet Schutz im Umfang von deutlich über 1000 Franken." (sda)

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