Alpiq-Chefin fordert "Wasserrappen"

ENERGIE ⋅ Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin fordert einen "Wasser-Rappen" für die Unterstützung der Wasserkraft in der Schweiz. Eine zeitliche Beschränkung von zehn Jahren dürfte reichen, sagt sie im Interview mit dem "SonntagsBlick".

15. März 2015, 12:09

"Damit könnten wir diese einheimische Energiequelle zur Gewinnerin der Energiewende machen", sagt sie. Wenn jeder Stromkonsument pro Kilowattstunde einen Rappen zahlte, wäre das ein kreativer Ansatz, eine Art Überbrückungshilfe. "Ich gehe davon aus, dass sich die Strompreise in den nächsten zehn Jahren nicht erholen", sagt sie im Interview.

"Viele sind sich gar nicht bewusst, wie dramatisch die Situation ist", sagte sie weiter. "Der Preis für Strom sinkt stetig, weil es zu viele Kraftwerke in Europa gibt, weil Deutschland Strom aus Sonne und Wind mit 20 Mrd. Euro pro Jahr subventioniert und weil die Wirtschaft nicht mehr wächst. Dazu kommt, dass Kohle in Europa eine Renaissance erlebt. Darunter leidet die saubere Schweizer Wasserkraft. Eine groteske Situation", sagt sie.

Die Schweiz sei prädestiniert für die Stromproduktion aus Wasserkraft und Sonnenenergie. Die Förderung der Wasserkraft über den Wasserrappen könnte Teil sein der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) oder der vom Bundesrat vorgeschlagenen Lenkungsabgabe, sagte Staiblin weiter.

Der Energiekonzern Alpiq befindet sich wie die gesamte Branche in einem fundamentalen Wandel. Der Konzern will sich darum zu einem Energiedienstleistungs-Unternehmen entwickeln. An der Wasserkraft aber hält der Konzern fest, wie er immer wieder betont. (sda)


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