Die «Cyber-Kriegerin» kommt diese Woche nach Luzern

08. November 2016, 06:46

Die «Zürichsee-Zeitung» nannte sie «weisse Ritterin im digitalen Krieg», für die Finanz-Website Finews ist sie «die Cyber-Kriegerin aus Küsnacht». Ohne Frage: Die Israelin Shira Kaplan (33) weckt das Interesse der Medien, weil sie als Frau in einer angeblichen Männerdo­mäne weit nach oben gekommen ist.

Die Mutter zweier Kinder hat ihr Können als IT-Analystin in der Einheit 8200 des israelischen Geheimdienstes erworben. Nach dem Militärdienst ging Kaplan mit zwanzig Jahren in die USA an die Harvard-Universität. Ihr Mann, der im Finanzsektor arbeitete, erhielt eines Tages ein Jobangebot aus der Schweiz. Vor sechs Jahren zogen die beiden in die Schweiz. Nach weitergehenden Studien an der Hochschule St. Gallen arbeitete die Ökonomin in der Privatwirtschaft, unter anderem bei der Zürcher Privatbank Julius Bär.

2015 gründete sie mit ihrer Geschäftspartnerin Anat Bar-Gera das Beratungsunternehmen Cyverse mit Sitz in Küsnacht (ZH) und Tel Aviv. Cyverse will Schweizer Firmen, die in den Bereichen Energie, Versicherung, Pharma und Finanzwesen tätig sind, israelische IT-Security-Technologie verkaufen. Cyverse vertreibt unter anderem eine Software, mit der das Verhalten von Mitarbeitenden im Netz analysiert werden kann. Zum Portfolio gehört auch eine Lösung, die nach Schwachstellen im Programmiercode von Software sucht. Daneben tritt Cyverse auch als Risikokapitalgeber auf.

Am 10. November wird Shira Kaplan anlässlich der Veranstaltung «Start-up-Nation Israel meets Switzerland» im Technopark Luzern einen Vortrag halten. Sie spricht darüber, wie Israel zur Cybersecurity-Supermacht aufgestiegen ist. Die Veranstalter erwarten rund 100 Gäste. Weitere Informationen gibt es unter www.startup-nation.ch. (mim.)

 


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