Dr. Oetkers Schiffe kapitulieren vor der Reederei-Krise

SCHIFFFAHRT ⋅ Dr. Oetker ist nicht nur Pudding, Pizza und Backmischung. Zum Konzern mit den bekannten Marken gehört auch eine Reederei. Die hat zwar in den vergangenen Jahren viel Umsatz beigesteuert. Jetzt aber ist Schluss. Hamburg Süd wird an den Weltmarktführer verkauft.

01. Dezember 2016, 13:08

Dr. Oetker trennt sich von seiner Schifffahrtssparte und verkauft die Reederei Hamburg Süd an das dänische Unternehmen Maersk. Das teilte das Familienunternehmen am Donnerstag in Bielefeld mit.

Oetker verliert damit rund die Hälfte seines Umsatzes von rund 12 Milliarden Euro. Details zu dem geplanten Kauf nannten beiden Seiten noch nicht. Bislang sei ein Vorvertrag unterzeichnet worden. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, soll der Verkauf bis Ende 2017 umgesetzt werden.

2015 hatte der Oetker-Konzern 12,2 Milliarden Euro umgesetzt, Hamburg Süd steuerte rund die Hälfte der Erlöse bei, die Nahrungsmittelsparte mit Tiefkühlpizzen, Backmischungen und Puddingpulver erzielte im vergangenen Jahr knapp ein Viertel des Konzernumsatzes.

Zu den Gründen des Verkaufs verweist das Oetker-Management auf den seit Jahren laufenden Konsolidierungsprozess in der Branche. Zuletzt hatten die drei grossen japanischen Containerreedereien Nippon Yusen Kaisha (NYK), Mitsui OSK Lines (MOL) und Kawasaki Kisen Kaisha (K-Lines) überraschend einen Zusammenschluss ab April 2018 vermeldet, ihr koreanischer Konkurrent Hanjin steht kurz vor der Pleite.

Seit rund acht Jahren leidet die Branche unter Überkapazitäten auf den Weltmeeren. Um mithalten zu können, sei ein höherer Kapitalbedarf notwendig, hiess es in der Mitteilung.

Hamburg Süd beschäftigt weltweit rund 6000 Mitarbeiter. Für das Unternehmen fahren 189 Schiffe, davon 48 eigene. Nach Angaben von Dr. Oetker zählt Hamburg Süd damit zu den zehn grössten Containerlinienreedereien der Welt. (sda/dpa)


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