Google enttäuscht Anleger

INTERNET ⋅ Der kalifornische Internetkonzern Google kann es Anlegern und Analysten nicht recht machen. Google verdient deutlich mehr, doch die Anzeigenerlöse sprudeln nicht mehr so kräftig. Vor allem im umkämpften Geschäft mit Smartphone-Werbung spürt Google die Konkurrenz.

30. Januar 2015, 01:39

Im vierten Quartal 2014 steigerte Google seinen Überschuss im Jahresvergleich um 41 Prozent auf 4,8 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten jedoch mit mehr gerechnet.

Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um etwa zwei Prozent, fing sich dann aber rasch wieder und notierte zuletzt nur noch knapp im Minus. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um gut fünf Prozent gesunken.

Der Umsatz des Internetkonzerns blieb mit einem Anstieg um 15 Prozent auf 18,1 Mrd. Dollar im Schlussquartal ebenfalls unter den Markterwartungen. Die wichtigste Einnahmequelle Online-Werbung verliert an Dynamik.

Mobil-Werbung bringt weniger ein

Zwar stieg die Zahl der Klicks auf Online-Anzeigen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um 14 Prozent (Vorquartal: plus 17 Prozent). Der "cost per click" genannte Durchschnittspreis für die Werbung sank jedoch zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent.

Hier leidet Google unter dem Trend, dass immer mehr Nutzer über Geräte wie Smartphones oder Tablets auf die Google-Dienste zugreifen, denn dort sind die Gewinnspannen geringer.

Google kämpft in diesem Bereich insbesondere gegen Facebook. Das Soziale Netzwerk hatte am Mittwoch einen deutlichen Anstieg bekanntgegeben und spielt inzwischen über zwei Drittel seiner Werbeeinnahmen mobil ein. Im Anzeigengeschäft läuft es allerdings damit bei beiden Unternehmen besser als dem Konkurrenten Yahoo.

Dollar-Stärke drückt auf Resultat

Weiter belastete der starke Dollar die Ergebnisse von Google, da das US-Unternehmen die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. Finanzchef Patrick Pichette sprach von einem Umsatzanstieg "trotz eines starken Gegenwinds" durch die Währungseffekte.

Google macht einen grossen Teil seiner Gewinne mit bezahlten Textanzeigen, die bei Suchmaschinen-Ergebnissen besonders prominent platziert werden, und grafischen Anzeigen, sogenannten Bannern. Zudem spielt der zum Konzern gehörende Videodienst YouTube Geld durch Werbeclips ein. (sda/dpa/reu)


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