Irans Erdölindustrie wittert Morgenluft

ATOMSTREIT - IRAN ⋅ Der Iran rechnet mit einer raschen Steigerung seiner Erdöl-Exporte. Die Ausfuhren könnten binnen drei Monaten auf rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag erhöht werden, sobald die im Zuge des Atomstreits verhängten Strafmassnahmen wieder aufgehoben würden.

18. Mai 2015, 05:10

Diese Hoffnung äusserte Vize-Erdölminister Rokneddin Dschawadi. Seit 2012 wurden die Ölausfuhren des Landes durch die Strafmassnahmen auf rund eine Million Barrel pro Tag mehr als halbiert. Der Iran wolle auch seine verlorenen Marktanteile in Asien zurückgewinnen, sagte Dschawadi am Montag in Kuala Lumpur am Rande der asiatischen Öl- und Gas-Konferenz. In die Region könne rund die Hälfte des iranischen Öls geliefert werden.

Der Iran und die fünf UNO-Vetomächte USA, China, Russland, Grossbritannien, Frankreich sowie Deutschland haben sich Anfang April auf Eckpunkte für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.

Viele Einzelheiten sind jedoch noch offen. Sie sollen bis zum 30. Juni geklärt werden. Experten gehen davon aus, dass der schwierigste Teil der Verhandlungen noch bevorsteht. Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich nach Atomwaffen strebt. Die Führung in Teheran bestreitet das. (sda/reu)


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