Trotz Schwäche in China sieht Schindler die Zukunft rosig

EBIKON ⋅ Schindler hat 2015 der Schwäche auf dem chinesischen Baumarkt und der Stärke des Schweizer Frankens trotzen können. Für 2016 ist der Lift- und Rolltreppenbauer optimistisch, denn die Nachfrage nach Liften bleibt gross.

12. Februar 2016, 13:50

2015 erreichte der Umsatz von Schindler 9,391 Mrd. Franken. In Lokalwährungen entspricht dies einem Plus von 6,7 Prozent. Sogar in Schweizer Franken sei eine Zunahme von 1,6 Prozent erreicht worden, sagte Finanzchef Erich Ammann am Freitag in Luzern.

Schindler erzielt mehr als 90 Prozent des Umsatzes ausserhalb der Schweiz. Seit 2008 hat Schindler beim Umsatz kumulierte Währungsverluste von 2,9 Mrd. Fr. wegstecken müssen. Schindler beklage sich deswegen aber nicht, sagte Ammann.

Erstmals seit 20 Jahren ging die Nachfrage in China nach Liften und Rolltreppen zurück. Der Markt schrumpfte gemäss Schindler in Stückzahlen um 5 Prozent.

Asien bleibt wichtiger Markt

Trotz dieser Entwicklung in China bleibt die Region Asien-Pazifik für Schindler bestimmend. Ihr Umsatzanteil habe von 2014 auf 2015 von 29 Prozent auf 33 Prozent zugenommen, sagte der scheidende Schindler-Direktor und künftige Verwaltungsratspräsident Silvio Napoli. 2005 seien es noch 15 Prozent gewesen.

Insgesamt wurden 2015 65 Prozent aller neuen Schindler-Anlagen in dieser Boom-Region geordert. 2005 seien es noch 27 Prozent gewesen, sagte Napoli. Der Bestellungseingang passe nun zum Markt.

Wertmässig ging der weltweite Auftragseingang um 0,1 Prozent (Lokalwährungen: +4,6 Prozent) auf 9,967 Mrd. Fr. zurück. Dass er praktisch gehalten werden konnte, liegt am vierten Quartal. Mit Bestellungen im Wert von 2,606 Mrd. Fr. war es das stärkste Quartal in der Geschichte des Konzerns. Der Auftragsbestand per Ende Jahr stieg um 1,1 Prozent (Lokalwährungen + 7,9 Prozent) auf 9,364 Mrd. Franken.

Das Betriebsergebnis EBIT nahm um 7,5 Prozent (Lokalwährungen +16,8 Prozent) auf 1,002 Mrd. Fr. zu. Der Reingewinn blieb praktisch konstant. Er stieg um 0,9 Prozent auf 747 Mio. Franken.

Für die Zukunft bleibt Schindler optimistisch. Der Konzern erwartet zwar, dass der Markt in China 2016 erneut um 5 Prozent schrumpft und der Druck auf die Preise hoch bleibt, wie der designierte Schindler-Chef Thomas Oetterli sagte. Wegen des hohen Auftragsbestandes erwartet er für das laufende Jahr dennoch eine Umsatzsteigerung von 3 bis 7 Prozent in Lokalwährungen.

Dank der weltweiten Verankerung von Schindler seien die Chancen und Risiken verteilt, sagte Oetterli. Für die USA, Indien und Südostasien seien die Aussichten gut.

Grosses Potential in Schlüsselmärkten

Die langfristigen Wachstumstreiber schätzt Schindler als intakt ein. Zu diesen gehören die Alterung der Gesellschaft, ein weltweit wachsender Mittelstand und die zunehmende Verstädterung.

Vor allem im wichtigen Markt China wachsen die Städte in die Höhe, so dass die Nachfrage nach Liften gross bleibt. Wegen der Urbanisierung braucht es aber auch neue Lift- und Rolltreppenanlagen für Bahnstationen und Flughäfen.

In vielen Schlüsselmärkten von Schindler gibt es verhältnismässig wenig Lifte und Rolltreppen. In der Schweiz sind es gemäss Oetterli pro 1000 Einwohner 30 Anlagen. In China sind es, trotz des rasanten Wachstums in den letzten Jahren erst 2,9, in Indien sogar nur 0,3.

Ein neuer Schlüsselmarkt ist zudem der Iran. Nachdem die Sanktionen aufgehoben worden sind, erwartet Schindler auch dort ab 2017 positive Effekte auf den Umsatz. (sda)


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