Auto-AG-Neubau soll Hunderte Arbeitsplätze anlocken

ROTHENBURG ⋅ Die Auto AG erleidet einen empfindlichen Umsatzrückgang. Nun gibt sie Gegensteuer. In Rothenburg soll bis 2019 ein Gewerbe- und Bürogebäude für Drittmieter entstehen.
11. April 2017, 21:05

Das Geschäft mit Nutzfahrzeugen stagniert in der Schweiz. «Es herrscht ein Verdrängungskampf», sagt Robert Meyer, CEO der Auto AG Group in Rothenburg. Die Preise seien aufgrund der verschärften Wettbewerbs­situation massiv unter Druck.

Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass die Auto AG 2016 einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich um 9,7 Prozent auf 80,6 Millionen Franken. Dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 3,2 Prozent auf 6,4 Millionen Franken stieg, habe mit der rigorosen Kostendisziplin zu tun, sagten die Verantwortlichen gestern in Rothenburg.

20 Millionen werden investiert

Mit dem Verkauf von Nutzfahrzeugen setzte die Auto AG nur noch 62,7 Millionen um, das sind 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies, obwohl die Zahl der verkauften Iveco- und Fiat-Nutzfahrzeuge stabil blieb. Nun soll der Bereich unter anderem durch eine eigenständige Führung gestärkt werden. Am 1. August übernimmt Urs Ritter, zuletzt CEO des Staplerherstellers Linde, die Leitung der Sparte. Bislang leitete Gruppen-CEO Robert Meyer den Geschäftsbereich.

In der kleineren Geschäftssparte, die den Betrieb von Buslinien umfasst, stieg der Umsatz hingegen um 2,3 Prozent auf 17,9 Millionen Franken. Mit dem Verkauf von Fahrzeugaufbauten und Handelsprodukten sowie im Reparaturgeschäft konnte die Auto AG die Erträge ebenfalls steigern. Auf Dauer könnte der Margenverlust im Nutzfahrzeuggeschäft aber an der Substanz zehren. Deshalb will die Auto AG das Steuer nun herumreissen. Einerseits verfolge man eine klare Wachstumsstrategie, sagte CEO Meyer. «Dazu könnten auch Zukäufe gehören.» Andererseits will die Firma stärker diversifizieren. So plant die Auto AG in Rothenburg einen rund 20 Millionen Franken teuren Neubau. Dort sollen in der Tiefgarage dereinst zwar Fahrzeuge der Auto AG stehen, doch oben sollen Büroarbeitsplätze und Räumlichkeiten für das Gewerbe entstehen. Geplant sind 4500 Quadratmeter Gewerbeflächen und 3000 Quadratmeter Büroflächen. «Wir haben bereits Mietinteressenten für die Hälfte der Fläche», so Meyer.

Noch im April soll das Baugesuch eingereicht werden. Der Bezug des Neubaus ist für Mitte oder Ende 2019 geplant. Dadurch könnten auf dem Gelände der Auto AG schätzungsweise 200 bis 300 weitere Arbeitsplätze entstehen. Heute arbeiten dort rund 250 Personen, davon 40 Mitarbeiter von Drittmietern.

An der Generalversammlung vom 11. Mai wird Verwaltungsrat Markus Lötscher nicht mehr antreten. An seiner Stelle wird der Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki vorgeschlagen. Geplant ist zudem eine unveränderte Gewinnausschüttung von 10 Franken pro Aktie. Die Auszahlung erfolgt in Form einer steuerfreien Nennwertreduktion.

 

Maurizio Minetti

maurizio.minetti@luzernerzeitung.ch


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