Schmolz+Bickenbach führt Verkaufsverhandlungen

EMMENBRÜCKE ⋅ Der Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach (S+B) erwägt den Verkauf von Distributionseinheiten in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich an die französische Jacquet Metal Service. Man befinde sich in exklusiven Verhandlungen, teilte Schmolz+Bickenbach am Montag mit.

16. März 2015, 13:31

Die Exklusivitäts-Vereinbarung läuft bis zum 30. Juni 2015. In den vor dem Verkauf stehenden Aktivitäten erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro. Gesamthaft erzielte S+B im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,34 Mrd. Euro und beschäftigte 10'000 Mitarbeiter.

S+B hatte die Einheiten bereits im vergangenen Jahr zum Verkauf angeboten, aber offenbar keinen Interessenten gefunden, der eine akzeptable Offerte gemacht hätte. Daraufhin wurde der Verkaufsprozess im Dezember eingestellt.

Zweiter Anlauf

Erst in der vergangenen Woche hatte das S+B-Management etwas überraschend an der Bilanzvorlage den erneuten Anlauf zur Devestition bekannt gegeben. Der Stahlkonzern präsentierte erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen. Unter dem Strich blieben 50 Mio. Euro nach einem Defizit von 83,7 Mio. Fr. im Vorjahr.

Sollte der anvisierte Verkauf zustande kommen, würde die an der Pariser Börse kotierte Jacquet Metal Service, die ihren Sitz in Lyon hat, zum wichtigsten europäischen Distributor von Stahlprodukten für die Werkzeugmaschinen- und Automobilindustrie.

Der französische Konzern hat in den letzten Jahren verschiedene Akquisitionen getätigt, 2010 wurde beispielsweise der französische Stahlhändler IMS übernommen. Das Unternehmen verfügt auch über Aktivitäten in Deutschland und Kanada. 2014 erzielte Jacquet Metal Service mit 2400 Beschäftigten bei einem Umsatz von 1,13 Mrd. Euro einen Gewinn von 25,2 Mio. Euro.

Die S+B-Aktien notierten am Montag in einem etwas festeren Gesamtmarkt zunächst höher. Zu Handelsbeginn betrug das Plus über 6 Prozent. Bis Börsenschluss kehrte das ins Minus und die Papiere verloren 2 Prozent an Wert.

sda


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