Schweizer Grosshandel leidet unter Eurokurs

HANDEL ⋅ Der Schweizer Grosshandel sieht sich besonders stark betroffen von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Er sitze auf einem riesigen, völlig überteuerten Lager, wie die Branchenorganisation Handel Schweiz schreibt.

12. Februar 2015, 14:29

"Innerhalb von Stunden wurden die Lager um 20 Prozent abgewertet", hält Verbandsdirektor Kaspar Engeli im Communiqué fest. Das müsse verdaut und finanziert werden.

Eine weitere direkte Folge des Entscheids der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sei, "dass aufgrund der grossen Verunsicherung sämtliche Investitionen sehr rasch auf Eis gelegt wurden", erklärte Engeli weiter. Niemand investiere im Moment, weil die Verunsicherung zu gross sei.

Handel Schweiz fordert von der Politik umso dringender administrative und finanzielle Entlastungen für Unternehmen. Zudem müssten sich die Firmen gut aufstellen, und noch effizienter werden.

Schon vorher Abschwung

Während Handel Schweiz inzwischen von Krise spricht, haben die Unternehmer schon vor dem Wegfall des Mindestkurses mit einer weiteren Eintrübung gerechnet. Ende 2014 beurteilten die Grossisten die Aussichten das dritte Quartal in Folge als weniger rosig.

Wie die von der Konjunkturforschungsstelle KOF im Auftrag von Handel Schweiz durchgeführt Umfrage von gegen 500 Grossisten weiter zeigt, ist angesichts des Nachfragerückganges auch die Grösse der Belegschaften erstmals seit 2013 reduziert worden.

Die Branche zählt rund 680'000 Mitarbeitende. Dem Dachverband Handel Schweiz gehören 33 Branchenverbände mit insgesamt 3700 Unternehmen an. (sda)


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