Swiss bleibt bei Sicherheit im Mittelfeld

LUFTVERKEHRSSICHERHEIT ⋅ Die weltweit fünf sichersten Airlines kommen laut Flugunfall-Experten aus dem asiatisch-arabischen Raum. Auch 2015 führte die aus Hongkong stammende Cathay Pacific die Sicherheitsliste der 60 grössten Fluggesellschaften an. Swiss ist weiterhin im Mittelfeld.

12. Januar 2016, 07:45

An der Spitze der Rangliste finden sich nach Cathay Pacific die Luftfahrtgesellschaften Emirates aus Dubai, Eva Air aus Taiwan, Qatar Airways aus Katar sowie die chinesische Hainan Airlines. Das geht aus einem vorab veröffentlichten Beitrag des Hamburger Flugunfallbüros "Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre" (JACDEC) für das Luftfahrtmagazin "Aero International" hervor.

Erst auf Rang sechs folgt mit der niederländischen KLM die erste europäische Fluggesellschaft. Unter den Top Ten vertreten sind zudem Air New Zealand (7), die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammende Etihad Airways (8), Japan Airlines (9) und die portugiesische TAP (10). Die deutschen Gesellschaften Lufthansa (12) und Air Berlin (20) schaffen es in die Top 20.

Die Lufthansa lag beim Indexwert hauchdünn vor der australischen Qantas. Die Australier waren kürzlich von einer Mitte 2013 gegründeten heimischen Rating-Agentur nach etwas anderen Kriterien zur sichersten Fluggesellschaft erklärt worden.

Swiss bleibt im Mittelfeld

Die Lufthansa-Tochter Swiss kam auf Rang 32. Damit hält sich Swiss seit Jahren im Mittelfeld des JACDEC-Rankings. Im vergangenen Jahr war es Platz 31. In den vorangegangenen zwei Jahren schaffte sie es auf die Ränge 32 (2013) und 33 (2012). Schlusslicht des diesjährigen JACDEC-Rankings ist die Gesellschaft Vietnam Airlines.

Die Hamburger Unfalluntersucher messen bei ihrer Bewertung unter anderem Verkehrsleistung und Zwischenfälle und betrachten einen Zeitraum von 30 Jahren. Neben Flugzeug-Totalverlusten werden auch schwere Zwischenfälle erfasst.

Dabei muss es sich nicht unbedingt um Unfälle im klassischen Sinn handeln, es kann auch um Beinahe-Kollisionen oder riskante Situationen gehen. Je länger ein Unfall zurückliegt, umso schwächer wirkt er sich auf den JACDEC-Sicherheitsindex aus. Verschiebungen in der Liste bedeuten also nicht, dass die betreffenden Unternehmen nicht mehr sicher sind.

Die deutsche Germanwings, die 2015 mit einem vorsätzlich in die Alpen gelenkten Airbus die Sicherheitsdebatte in der Zivilluftfahrt beherrschte, war wegen ihrer Verkehrsleistung nicht unter den 60 weltgrössten Airlines.

Kein grösseres Unglück

Dadurch verzeichnete 2015 keine einzige Gesellschaft aus der betrachteten Gruppe ein grösseres Unglück - obwohl es auch Unfälle gab, bei denen Flugzeuge als Totalverlust abgeschrieben werden mussten. Menschenleben waren dabei nicht zu beklagen.

Entsprechende Unglücke hatten die Gesellschaften Turkish Airlines und Air Canada - sowie die südkoreanische Asiana: Im April hatte einer ihrer A320-Jets rund 300 Meter vor dem japanischen Flughafen Hiroshima eine Antenne des Landesystems gestreift und mit dem Heck den Boden berührt. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon - der Airbus dagegen wurde aufgrund seiner Beschädigungen verschrottet.

Das JACDEC in Hamburg ist eine weltweit angesehene Institution mit globaler Datenbank. Sie arbeitet mit den führenden Luftfahrtbehörden zusammen (sda/dpa)


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