Überraschend hoher Gewinn bei Holcim

ZEMENTINDUSTRIE ⋅ Der Zementkonzern Holcim hat 2014 dank eines starken Schlussquartals überraschend mehr verdient. Der Reingewinn stieg um 1,2 Prozent auf 1,287 Mrd. Franken. Die Margen übertreffen jene des französischen Fusionspartners Lafarge.

23. Februar 2015, 09:59

Holcim habe bei der operativen Marge (EBITDA-Marge) deutlich besser als Lafarge abgeschnitten, erklärten Analysten zu dem am Montag publizierten Jahresergebnis. Dies werfe wiederum Fragen in Bezug auf das Verhältnis rund um den geplanten Zusammenschluss mit dem französischen Mitbewerber auf. Geplant ist ein Verhältnis von 1:1. So bietet Holcim pro Lafarge-Aktie eine eigene Aktie an.

Auch sei der von Holcim abgegebene Ausblick deutlich glaubwürdiger als jener von Lafarge, hiess es bei Analysten. Holcim rechnet für 2015 mit einem Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis und bereinigt um Fusionskosten zwischen 2,7 und 2,9 Mrd. Franken.

Höhere Preise und anhaltende Kostensenkungen dürften die Kosteninflation ausgleichen und damit zu einer weiteren Steigerung der operativen Margen führen, erklärte das Unternehmen.

Im vergangenen Jahr ist der Betriebsgewinn um 1,7 Prozent auf 2,317 Mrd. Fr. gesunken. Unter Ausklammerung von Fusions- und Restrukturierungskosten ergibt sich hingegen eine Zunahme um 4,6 Prozent auf 2,466 Mrd. Franken.

Gewinnsprung im vierten Quartal

Holcim-Chef Bernard Fontana spricht im Communiqué von soliden Jahreszahlen und einem starken vierten Quartal. Analysten hatten mit etwas tieferen Gewinnen gerechnet. Im frühen Handel stieg die Holcim-Aktie um 0,4 Prozent.

Allein im Schlussquartal kletterte der den Aktionären zurechenbare Überschuss um 52,5 Prozent auf 355 Mio. Franken, während der Umsatz um 1,9 Prozent auf 4,867 Mrd. Fr. wuchs.

Im Gesamtjahr schrumpfte der Umsatz des Herstellers von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton hingegen um 3,1 Prozent auf 19,11 Mrd. Franken. Dazu trugen nachteilige Währungseffekte in Höhe von 5,2 Prozent und Veränderungen der Konzernstruktur bei, wie Holcim erklärte.

Auf vergleichbarer Basis sei der Umsatz um 3,0 Prozent gestiegen. Denn in vielen Konzernregionen habe Holcim durch Preiserhöhungen einen Zuwachs generiert.

Abschreiber belasteten Lafarge

Bei Lafarge ist der Gewinn im vergangenen Jahr auf 143 (Vorjahr: 601) Mio. Euro abgesackt. Der Konzern machte dafür an der Bilanzmedienkonferenz von vergangener Woche insbesondere Abschreibungen auf Geschäfte in Syrien und im Irak verantwortlich.

Die Dividende von unverändert 1,30 Fr. pro Aktie fällt bei Holcim ebenfalls etwas höher aus als bei den Franzosen, die einen Euro pro Aktie ausschütten wollen.

Die beiden Unternehmen sehen sich bei der geplanten Fusion auf Kurs: Sie haben Anfang Monat angekündigt, Firmenteile für 6,5 Mrd. Euro an den irischen Zementhersteller CRH zu verkaufen, um Auflagen der Wettbewerbsbehörden zu erfüllen.

Der Vollzug des Zusammenschlusses ist noch für das erste Halbjahr 2015 geplant. Als nächste wichtige Hürden stehen die Generalversammlungen der Unternehmen und die Zustimmung der Aktionäre auf der Agenda. Bei Holcim ist diese für den 13. April terminiert, bei Lafarge für den 7. Mai. (sda)


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