Valiant Bank hat Trendwende geschafft

BANKEN ⋅ Die Valiant Bank hat wieder operative Kraft. Zum ersten Mal seit 2007 hat die Bank 2014 das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern können, und zwar um 23,0 Prozent auf 104,4 Mio. Franken. Der Reingewinn stieg um 3,4 Prozent auf 94,5 Mio. Franken.

04. März 2015, 08:39

Verwaltungsratspräsident Jürg Bucher sagte am Mittwoch in Luzern, er sei ein bisschen stolz über das Erreichte. Valiant habe die Versprechungen, die sie in den letzten Jahren gemacht habe, eingehalten und das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen. Die Zeit der Abenteuer sei vorbei.

Die aus dem Zusammenschluss verschiedener Regionalbank hervorgegangene Valiant hatte 2012 eine Rüge der Finanzmarktaufsicht Finma erhalten und einen Reputationsschaden erlitten. Die Finma hatte der Bank vorgeworfen, mit Marktmanipulationen den Kurs der eigenen Aktien gestützt zu haben.

Zurück zu den Wurzeln

Bucher sagte, 2013 sei das Jahr der Bereinigungen gewesen, 2014 habe die Bank strategischen Projekte aufgegleist, so dass sie heute wieder wisse, wofür sie stehe. Valiant wolle wieder eine einfache Bank sein, die den Kunden auf Augenhöhe begegne.

Bei den Kunden scheint dies anzukommen. Die Kundengelder nahmen 2014 um 2,8 Prozent auf 17,9 Mrd. Fr. zu. Die Kundenausleihungen verharrten bei 21,8 Mrd. Franken. Grund dafür sei, dass margenarme Positionen im Umfang von 300 Mio. Fr. bereinigt worden seien, sagte Valiant-Direktor Markus Gygax.

Bei den Hypotheken konnte Valiant aber zulegen, und zwar um 1,5 Prozent auf 20,0 Mrd. Franken. Valiant habe schwindende Erträge nicht mit Volumen zu kompensieren versucht, sagte Gygax. Sie helfe nicht mit, eine Immobilienblase zu bilden.

150-Millionen-Franken-Gewinn angestrebt

Wichtigster Treiber für den höheren Gewinn im Jahr 2014 war das Zinsergebnis. Es legte um 3,4 Prozent auf 266,2 Mio. Fr. zu. Hingegen waren die Kunden an den Finanzmärkten weniger aktiv: Die Erfolge im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie im Handelsgeschäft sanken um 2,5 Prozent auf 64,0 Mio. Fr. respektive um 9,0 Prozent auf 12,3 Mio. Franken.

Gygax sagte, Valiant sei auf dem richtigen Weg, aber noch nicht dort, wo sie sein sollte. Beim Reingewinn fehlten noch rund 55 Mio. Franken, damit die in der Mittelfristplanung für 2017 gesetzte Marke von 150 Mio. Fr. erreicht werde.

Den Hebel für die Gewinnsteigerung sieht Gygax bei der Zinsmarge und einem stärkeren Wachstum der Ausleihungen. Rund die Hälfte des Gewinnzuwachses soll über Effizienzsteigerungen auf der Kostenseite erzielt werden.

Auslandschweizer wieder willkommen

Valiant öffnet ihr Haus auch wieder für Personen, die im Ausland wohnen. Die Geschäftsleitung habe entschieden, solchen diese unter bestimmten Voraussetzungen wieder aufzunehmen, sagte Gygax. Die Kunden müssten einen Bezug zur Schweiz haben und schriftlich erklären, dass sie ihre Vermögen bei Valiant korrekt versteuerten.

Die Verhandlungen mit den USA im Rahmen des Steuerprogramms seien noch nicht abgeschlossen, sagte Gygax. Einen Fahrplan gebe es nicht. Das US-Steuerprogramm habe die Rechnung 2014 nicht belastet und werde auch die künftigen Rechnungen nicht belasten, denn die nötigen Rückstellungen seien schon 2013 getätigt worden.

sda

 


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