Zürcher Kantonalbank zahlt weniger Zinsen

BANKEN ⋅ Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) zahlt ab dem 15. Februar weniger Zinsen für Guthaben auf den Privatkonten. Die Bank reagiert damit auf die Erhebung von Negativzinsen auf Bankguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank

06. Februar 2015, 11:19

Die stärkste Reduktion nimmt die ZKB bei den Jugendkonten vor. Hier sinkt der Zinssatz von heute 1,0 auf 0,5 Prozent, wie die ZKB an der Bilanzmedienkonferenz am Freitag in Zürich bekannt gab. Auf Privatkonten wird die ZKB künftig gar keinen Zins mehr zahlen. Heute beträgt der Zins noch 0,05 Prozent. Bei den Sparkonten halbiert sich der Zinssatz auf ebenfalls 0,05 Prozent.

Bereits früher mitgeteilt hat die Staatsbank, dass sie für Grosskunden und Banken Negativzinsen von 0,75 Prozent erhebt.

Gewinnrückgang

Die ZKB musste im vergangen Jahr aufgrund des tiefen Zinsniveaus und der geringen Handelsaktivität der Kunden einen Gewinnrückgang hinnehmen. So fiel der Konzerngewinn um 18,8 Prozent auf 647 Mio. Franken.

Verantwortlich dafür waren sämtliche Geschäftsfelder, wie die ZKB am Freitag mitteilte. Am stärksten eingebrochen sind die Erträge aus dem Handelsgeschäft. Sie gingen um 15,7 Prozent auf 287 Mio. Franken zurück.

Deutlich weniger lukrativ war jedoch auch das für die ZKB besonders wichtige Geschäft mit Krediten und Kundeneinlagen, das so genannte Zinsengeschäft. Es warf 4,2 Prozent weniger ab und spülte der ZKB noch 1,07 Mrd. Franken in die Kasse. Schliesslich brachte auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft weniger ein. Hier ging der Erfolg um 3,5 Prozent auf 531 Mio. Fr. zurück.

Weniger Geld an Kanton und Gemeinden

Mit dem rückläufigen Konzerngewinn kürzt die ZKB auch die Ausschüttungen an den Kanton und die Gemeinden. So erhält der Kanton Zürich noch 164 Mio. Fr. (2013: 220 Mio. Fr.). Zu den Gemeinden fliessen nach 110 Mio. Fr. im Vorjahr diesmal noch 82 Mio. Franken.

Den Rückgang der Erträge begründet die ZKB mit den tiefen Zinsen, den wenig aktiven Kunden und dem Wegfall von Sondereffekten aus dem Vorjahr. Beim Zinsengeschäft habe die Bank das nochmals tiefere Zinsniveau gespürt, heisst es in der Mitteilung.

Die ZKB war nach eigener Einschätzung auch zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten. So seien die Hypothekarforderungen lediglich um 2,5 Prozent angestiegen, was unter dem Marktwachstum liege.

Weniger Boni für die ZKB-Angestellten

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und im Handelsgeschäft hat die ZKB dagegen unter der Handelsmüdigkeit der Kunden und den geringen Kursbewegungen an den Börsen gelitten. Rückläufig waren die Gewinne der Staatsbank jedoch auch, weil sie 2014 nicht mehr von ausserordentlichen Einnahmen profitieren konnte.

Im Geschäftsjahr 2013 spülte der Verkauf der Aktienbeteiligung an der Ascom Holding rund 50 Mio. Franken in die Kasse der ZKB. Solche Sondererträge blieben im letzten Jahr aus.

Die tieferen Erträge haben bei der ZKB jedoch auch zu einer Dämpfung der Ausgaben geführt. So reduzierte sich der Personalaufwand um 4,2 Prozent auf 816 Mio. Franken. Grund dafür sind vor allem der Rückgang der variablen Entschädigungen. Die Zahl der Mitarbeiter dagegen blieb beinahe konstant.

Wenig optimistisch für 2015

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die ZKB wenig optimistisch. Sie rechne mit anhaltenden Unsicherheiten, wie es in der Mitteilung heisst. Die Aufhebung des Mindestkurses und die weitere Senkung der Zinsen werde deutliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der ZKB haben und sämtliche Ertragspfeiler der Bank belasten. (sda)


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