CS und UBS leiden unter US-Steuerreform

MÄRKTE ⋅ Den beiden Grossbanken drohen milliardenhohe Abschreibungen, sollte die US-Steuerreform umgesetzt werden.
07. Dezember 2017, 07:36

Die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS sind gestern mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Belastend werden die Titel von der geplanten Steuerreform in den USA.

Diese würde den Unternehmen zwar tiefere Steuersätze bescheren, gleichzeitig müssten die beiden Banken Abschreibungen auf den Wert ihrer Steuergutschriften vornehmen, was die Gewinne im vierten Quartal 2017 belasten würde. Kurz nach 9 Uhr verloren die Valoren der Credit Suisse 1,5 Prozent auf 16.57 Franken, während die Aktien von UBS 0,8 Prozent auf 16.87 Franken einbüssten. Der Gesamtmarkt (SMI) steht zum Berichtszeitpunkt 0,62 Prozent tiefer. Bereits am Dienstag waren CS mit –0,8 Prozent und UBS –0,6 Prozent aus dem Handel gegangen, nachdem zum Wochenauftakt noch Kursgewinne resultiert hatten.

Bekanntlich will die US-Regierung den Steuersatz auf Unternehmensgewinne von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent senken. Der Senat hat dieser Steuersenkung bereits zugestimmt, und die Regierung hofft, das Gesetz noch vor Weihnachten unterzeichnen zu können: Derzeit befindet sich das Gesetz aber noch in der Differenzbereinigung zwischen Senat und Repräsentantenhaus.

Hohe Verluste in den USA

Für die beiden Schweizer Banken, die ihre in den USA erlittenen Verluste über mehrere Jahre steuerlich geltend machen können, würde dies indes bedeuten, dass sie den Wert ihrer Steuergutschriften abschreiben müssten.

Credit Suisse und UBS hatten in der Vergangenheit durch den Rückbau des US-Investmentbankings (Credit Suisse) respektive aufgrund der Subprime-Krise (UBS) hohe Verluste in den USA erlitten. Diese können sie in Form von Verlustvorträgen, welche die Steuerlast senkt, über mehrere Jahre geltend machen. Sinkt aber der Steuersatz in den USA, verringert sich auch der Wert der steuerlichen Verlustvorträge. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: