Der Bürgenstock ist zurück

OBBÜRGEN ⋅ Nach neun Jahren Planung und Bau ist das Tourismusresort offiziell eröffnet. Der Bürgenstock überzeugt durch seine klassische Schönheit, kombiniert mit modernen Anlagen und vorzüglichem Gastronomieangebot. Noch stehen aber nicht alle Attraktionen offen.
14. September 2017, 23:46

Ernst Meier

 

Der Donnerstagmorgen zeigt sich als strahlender Herbsttag – mit Sonnenschein, nur wenige Wolken dekorieren den blauen Himmel über dem Luzerner Seebecken und dem Alpenpanorama. Die Reise auf den Bürgenstock startet wettermässig, wie man es sich wünscht.

Die Schifffahrt ab Luzern Richtung Kehrsiten mit dem SGV-Kursschiff hat etwas Magisches. Die Stadt im Rücken verschwindet, die Hochhäuser zu Füssen des Pilatus werden durch das Grün der Natur abgelöst. Der Bürgenstock in Fahrtrichtung wird immer mächtiger. Gut 35 Minuten dauert die Schifffahrt. Von Kehrsiten geht es mit der Bürgenstockbahn steil hinauf, in gut fünf Minuten ist die Bergstation erreicht. Hotelgäste gelangen durch einen Gang direkt in die Lobby zur Réception des Bürgenstock-Hotels. Der zweite Ausgang führt auf die Piazza des Resorts.

Das Bürgenstock-Hotel (5-Sterne-­Superior) ist das Herzstück des Tourismusorts. Das Gebäude wurde komplett neu gebaut. Während das angrenzende Palace-Hotel (4-Sterne-Superior) mit seiner einzigartigen Aussichtsterrasse sowie den Restaurants Ritz-Coffier und Sharq Oriental seit zwei Wochen Gäste empfängt, musste man auf die Eröffnung des Bürgenstock-Hotels bis gestern warten. Die Endarbeiten und die Schulung des Personals benötigten mehr Zeit. «Wir sind mit der heutigen Eröffnung der Bürgenstock-Anlage auf der Zielgeraden angelangt», sagt ein sichtlich glücklicher Bruno H. Schöpfer zur Begrüssung der Mediengäste nach 9 Uhr im grossen Ballsaal des Bürgenstock-Hotels.

Der atemberaubende Ausblick durch die übergrossen Fenster zeigt just in diesem Moment, wie das Wetter umschlägt. Während Schöpfer spricht, nähert sich hinter seinem Rücken aus Zürich kommend ein Sturm. Bruno H. Schöpfer ist der «Mister Bürgenstock» – der Mann, dem die Investoren aus Katar das Vertrauen schenken. Der 62-jährige Hotelier und Tourismusmanager (Ex-CEO Mövenpick) plante, koordinierte, kontrollierte und korrigierte das 550-Millionen-Franken-Projekt während neun Jahren.

Es hätte Zeiten gegeben, da habe man kämpfen müssen, um das Projekt am Leben zu erhalten, gesteht der gebürtige Entlebucher: «Es waren zwei Zonenpläne, zwei Gestaltungspläne und 147 Baubewilligungen nötig.» Die Schweissperlen auf seiner Stirn konnte man sich bei den Schilderungen förmlich vorstellen. Stand der umtriebige Macher, sprich Schöpfer, bisher im Mittelpunkt auf der Baustelle Bürgenstock, so rücken mit der Eröffnung andere Akteure des tollkühnen Projekts in den Vordergrund.

Nach Schöpfer spricht Robert Herr (46). Er ist seit Anfang Jahr General Manager des Resorts; Herr ist also Herr der Anlage mit 30 Gebäuden und Sportanlagen (siehe Kasten links). Der schlaksige Schweizer, der in Deutschland aufwuchs und in Lausanne die Hotelfachschule absolvierte, tritt auf, wie man sich einen Hoteldirektor vorstellt: galant, überzeugend, mit Stil. Nach Kaderstellen im Dienste der Hotelkette Intercontinental in mehreren europäischen Ländern, in Miami und in Beirut hat es ihn nun aufs Land verschlagen. «Ich habe einen der schönsten Arbeitsplätze der Welt», sagt er zufrieden. Jetzt sei er einfach glücklich, dass der grosse Moment da sei. «Wir sind bereit, heute empfangen wir die ersten Gäste des Bürgenstock-Hotels», fährt er fort und räumt ein, dass das neue Vorzeigehotel des helvetischen Fremdenverkehrs noch nicht ganz fertig gebaut ist: «In den obersten Stockwerken, wo auch die Präsidentensuite ist, wird noch gebaut.» Auch der mit Spannung erwartete Spa-Bereich – ein match­entscheidender Faktor heutiger Luxushotellerie – kann er noch nicht vorstellen. Das Erholungsbad, das dem Wellnesser auch hier, im Wasser liegend, die herrliche Sicht hinab auf See und Täler bietet, geht erst im Oktober auf.

Dafür gibt es eine Kostprobe der Gastronomie. Das Bürgenstock-Hotel überzeugt mit dem Restaurant Spices, das Köstlichkeiten aus vier asiatischen Ländern präsentiert: Indien, Thailand, China, Japan. «Die Köche haben wir in den Herkunftsländern rekrutiert», sagt der für die Kulinarik verantwortliche Dreisternekoch Marc Haeberlin. Das «Spices» überzeugt wie das ganze Hotel durch sein modernes, schlichtes Design, die Farbe Braun und das Material Holz dominieren – und selbstverständlich fehlt auch im «Spices» die Seesicht nicht. Auch Tagestouristen werden hier – wie in den anderen Gaststätten – empfangen.

Die SGV fährt täglich ab 6 Uhr im 1,5-Stunden-Takt von Luzern nach Kehrsiten. Am Abend fährt um 23.30 Uhr das letzte Schiff zurück. Ab Mai bedient die SGV die Strecke mit ihrem neuen Katamaran, was die Fahrt auf 30 Minuten verkürzt. Der Bürgenstock wird so auch für einen Kurztrip zur Destination.

  • Luzerner Zeitung AG
  • Luzerner Zeitung AG
  • Luzerner Zeitung AG

Am 14. September hat das Bürgenstock-Resort eröffnet.

  • SCHWEIZ MK EROEFFNUNG BUERGENSTOCK RESORT

550 Millionen Franken hat eine Gruppe Investoren in die Hand genommen, um auf dem Bürgenstock zu bauen. Das neue Resort ist offiziell eröffnet worden. Der Baufortschritt in unserer Bildergalerie.

  • SCHAUSPIELER, FILMSCHAUSPIELER, REGISSEUR, AUTOR, DREHBUCHAUTOR, FILMPRODUZENT, SCHAUSPIELERIN, 1959, CHALET, STAR, FILMSTAR,

Goldene Zeiten auf dem Bürgenstock: Diese Promis gaben sich die Klinke in die Hand.

Video: 5-Sterne Luxus auf dem Bürgenstock

Moderne Architektur und Luxus vom Feinsten: Damit will das am Donnerstag eröffnete 5-Sterne Hotel auf dem Bürgenstock ab sofort Gäste aus aller Welt in die Zentralschweiz locken. Der Spass ist nicht ganz billig. Die Eröffnung erfolgt zudem mit Verzögerung.

(Urs Flüeler/SDA, 14. September 2017)




Leserkommentare

Anzeige: