Grüter und Hongler sind gewählt

LUKB ⋅ Die Aktionäre der Luzerner Kantonalbank wählten am Montagabend mit grossen Mehrheiten zwei neue Verwaltungsräte. Ein Aktionär stellte Fragen an die Präsidentin.
16. April 2018, 22:15

Rainer Rickenbach

SVP-Nationalrat und ICT-Unternehmer Franz Grüter sowie Mobiliar-Chef Markus Hongler gehören neu dem Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank an. Die beiden wurden am Montag an der von 3946 Aktionären besuchten Generalversammlung in der Messe Luzern in das Aufsichtsgremium gewählt. Entscheidend bei solchen Abstimmungen ist der Willen des Mehrheitsaktionärs Kanton Luzern. Er verfügt über 61,5 Prozent der Aktien und war durch Regierungsrat und Finanzdirektor Marcel Schwerzmann vertreten. Zu kritischen Äusserungen Anlass gegeben hatte im Vorfeld der Versammlung die Nomination von Grüter. Skeptiker befürchteten eine «Verpolitisierung» des Verwaltungsrates, wenn ein aktiver Politiker dort Einsitz nimmt. An der Versammlung war das aber kein Thema mehr, Grüter und Hongler wurden mit grossen Mehrheiten gewählt.

Kritik an VR-Vergrösserung verpuffte wirkungslos

Viel mehr störte sich der Aktionär Willi Tschopp aus Zürich an der Vergrösserung des Verwaltungsrates um ein Mitglied. Seine Kritik blieb indes ohne Folgen.

Genauso wie sein Votum vor der Wiederwahl von Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter. Tschopp gefiel nicht, dass sie «in der jetzigen Konstellation» das Präsidium bei der Versicherung Helvetia anzunehmen gedenkt, und erinnerte sie an ein Interview in einer Schweizer Wirtschaftszeitung, in der sie sich positiv über den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz geäussert hatte. «Markieren Sie Distanz? Sie können sich in diesem Amt keinen Fauxpas leisten», sagte Tschopp in Richtung Russi Schurter. Sie ging auf das Votum nicht ein. Die Wiederwahl als Verwaltungsratspräsidentin schaffte sie mit sehr grosser Stimmenmehrheit.

Glatt über die Bühne ging auch die neuerliche Wahl der weiteren bisherigen Verwaltungsräte. Josef Felder, Max Pfister, Andreas Dietrich, Andreas Emmenegger, Stefan Portmann und Martha Schreiber schafften die Wahlhürde problemlos. Auch die Sachgeschäfte fanden die Zustimmung der Versammlung. Die um 50 Rappen auf 12 Franken pro Aktie erhöhte Dividende fand sehr deutlichen Zuspruch. Die Luzerner Kantonalbank erzielte im vergangenen Jahr einen Konzerngewinn von 198,4 Millionen Franken. Das sind 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Vom Gewinn fliessen 76 Millionen Franken als Dividende, Steuern und Abgeltung für die Staatsgarantie in die Kantonskasse. Im ersten Quartal dieses Jahres gelang es, den Wachstumskurs fortzusetzen. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 58,8 Millionen Franken (wir berichteten). «Wir streben in diesem Jahr ein Ergebnis in der Grössenordnung von 2017 an», sagte CEO Daniel Salzmann.


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