Gübelin gewinnt einen «Oscar» der Juwelliere

EDELSTEINE ⋅ Das Gemmologische Labor des Luzerner Schmuck- und Uhrenhändlers hat für seinen «Vaterschaftstest» für Edelsteine einen prestigeträchtigen Award erhalten.
18. September 2017, 04:38

Bereits mit der Lancierung des Gentests für Edelsteine hat Gübelin im Frühjahr in der Branche für Furore gesorgt. Nun wurde der «Vaterschaftstest» für Edelsteine an der Jewellery News Asia (JNA) als «Innovation des Jahres» ausgezeichnet. Die JNA-Awards gelten als die Oscars im Juwelier- und Edelsteinhandel.

Das Verfahren, welches das gemmologische Labor Gübelins gemeinsam mit dem ETH-Spin-off Haelixa entwickelt hat, ermöglicht es, einem Farbedelstein ein unsichtbares Etikett anzuhängen, sodass bei Bedarf jederzeit überprüft werden kann, aus welcher Mine der Stein stammt. «Mit unserer Technologie erhalten sämtliche Stakeholder entlang der Lieferkette – vom Minenbetreiber bis zum Kunden – den Beweis für die exakte Herkunft eines Edelsteins», lässt sich Daniel Nyfeler, Leiter des 1923 gegründeten gemmolo­gischen Labors von Gübelin, in einer Medienmitteilung zitieren. Der Test bringe den Edelsteinhandel auf ein neues Niveau der Transparenz.

Künstliches Erbgut in winzigen Kügelchen

Um die Steine zu kennzeichnen, setzt Gübelin auf Nanotechnologie. Die Informationen zur Mine, in welcher der Stein geschürft wurde, werden auf einem Stück künstlicher DNA gespeichert. Die DNA ist so klein, dass sie fürs menschliche Auge nicht sichtbar ist – selbst unter dem Mikroskop nicht. Um die DNA zu schützen, wird sie in ein unsichtbares Kieselerde-Partikel eingepackt.

Die ungeschliffenen Steine werden gleich in der Mine mit der entsprechenden DNA versehen. Farbedelsteine weisen mikroskopisch feine Risse auf. In diese dringen die Nanopartikel ein und bleiben haften. Die winzigen Kügelchen überstehen dort die verschiedenen Prozesse, die ein Farbedelstein durchmacht, vom Reinigen unter Hochdruck bis zum Schliff.

Danach können die Partikel jederzeit mit einer bestimmten Flüssigkeit herausgelöst werden. Eine DNA-Sequenzierung bringt schliesslich den genetischen Code zu Tage und somit die Herkunft des Steins.

«In unserer über 160-jährigen Tradition war es immer unser Ziel, den Konsumenten mit möglichst allen relevanten Informationen zu versorgen», sagt Gübelin-Chef Raphael Gübelin. Er sei sehr erfreut, dass Gübelin diesen Award gewonnen hat. «Es macht mich stolz, dass die Wissenschaftler, die im gemmologischen Labor von Gübelin arbeiten, das Werk meines Grossonkels fortsetzen, so Gübelin. (rom)


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