Gute Stimmung bei Schweizer Exportfirmen

EXPORTINDUSTRIE ⋅ Der starke Franken belastet die Schweizer Exportunternehmen noch immer. Dies zeigt eine Umfrage bei mehr als 300 exportorientierten Schweizer Unternehmen. Dennoch rechnen sie für 2018 mit einem weiteren Aufschwung bei den Ausfuhren.
11. April 2018, 14:00

Das gelte vor allem für die drei Top-Exportmärkte China/Hongkong, USA und Deutschland, wird Studienleiter Paul Ammann von der Berner Fachhochschule (BFH) in einer Mitteilung vom Mittwoch zitiert. Sogar für Grossbritannien erwarteten die befragten Firmen eine positive Entwicklung, trotz Brexit-Sorgen. Die BFH erstellt die Studie jährlich im Auftrag des Kreditversicherer Euler Hermes.

Nach einem guten Exportjahr 2017 mit 4,7 Prozent Wachstum dürften demnach auch 2018 kräftige Wachstumsimpulse von der Exportindustrie für die Schweizer Gesamtwirtschaft ausgehen. Euler Hermes rechnet für das laufende Jahr mit einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts um 2 Prozent.

Dennoch bleiben die hiesigen Exporteure nicht ohne Sorgen. Laut der Umfrage leiden ausserordentlich hohe 90 Prozent aller befragten Firmen nach wie vor unter dem Währungsrisiko, ein Drittel davon stark. Der starke Franken wirke sich gleich zweifach negativ auf die Exportwirtschaft aus, sagt Firmenchef Stefan Ruf von Euler Hermes.

Einerseits könnten einige Unternehmen keine nachhaltige Marge erarbeiten. Für genügend hohe Margen müsse der Euro gegenüber dem Franken um weitere 10 Prozent zulegen, so Ruf. Die Firmen kämpften auch noch immer mit den Konsequenzen des Frankenschocks.

Aber nicht nur die Währungssituation, sondern auch der zunehmende Protektionismus, insbesondere seitens der USA, schürt Ängste. Fast 60 Prozent rechnet mit grösseren Gefahren wegen abgeschotteter Märkte für die Schweizer Exportwirtschaft.

Bei den meisten Unternehmen bleibe jedoch die Hoffnung, dass sich solcher Protektionismus auf die eher auf enge Nischen spezialisierte Schweizer Exportindustrie weniger stark auswirke. "Wir sind ein Nischenanbieter, entsprechend können wir meist unter dem Radar agieren", sagte ein Unternehmen. (sda)


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